
ARNO FISCHER
West-Berlin
1959
Silbergelatinepapier
24 x 35 cm
Erworben aus Mitteln des Kulturfonds der DDR 1987
Von 1953 bis zum Mauerbau fotografierte Arno Fischer in Ost- und West-Berlin. Es entstanden sinnbildhafte Aufnahmen, in denen er seine Skepsis gegenüber den Verhältnissen in der geteilten Stadt zum Ausdruck bringt.
Die bedrückte Stimmung der Menschen auf seinen Bildern erscheint als Ergebnis der Nachkriegsverhältnisse und des spannungsvollen politischen Klimas der Stadt. Viele dieser Aufnahmen wirken wie inszeniert, tatsächlich handelt es sich aber immer um Life-Fotografien.
Daneben gibt es ein anderes zentrales Thema. Es ist die Vereinsamung des Menschen und seine Unfähigkeit zur Kommunikation: Eine seltsame Starre umgibt die Menschen; ob sie in Gruppen, als Paar oder allein auftreten, stets wirken sie wie hoffnungslos eingeschlossen in ihrer Einsamkeit.
Eine Auswahl der engagierten Aufnahmen von Arno Fischer sollte 1961 unter dem Titel „Situation Berlin“ als Buch in einem DDR-Verlag erscheinen. Es wurde wenige Tage nach dem Mauerbau verboten.

