Hannah Höch, Die Journalisten, 1925
Hannah Höch, Die Journalisten, 1925

Hannah Höch (1889 - 1978)

Die Journalisten, 1925

Hannah Höch (1889-1978) war eine der führenden Persönlichkeiten der Berliner Dada-Bewegung. Diese setzte sich in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg mit den gesellschaftlichen Konflikten der jungen Weimarer Republik auseinander. Bevorzugte Technik der Dadaisten war die Collage, bei der die Künstler vorgegebene Bilder und Reproduktionen aus Printmedien zerschnitten, um die zerstückelten Elemente neu zu kombinieren und zu montieren. Diese Technik bot sich für die junge Kunstbewegung besonders an, da die Künstler so – im wahrsten Sinne des Wortes – die gesellschaftlichen Missstände sezieren und offenlegen konnten.

In dem Gemälde „Die Journalisten“ von 1925 simulierte Höch die dadaistische Montagetechnik. Vor einem unterschiedlich farbigen Hintergrund, der aus verschiedenen Elementen zusammengesetzt zu sein scheint, sind sechs männliche Personen zu erkennen. Auch diese sind aus unterschiedlichen Teilen zusammengesetzt: So passen die Köpfe der Männer nicht zu ihren Körpern, sondern sind zu groß. Auch die Gesichter sind verfremdet und lassen unterschiedliche Assoziationen zu. So könnten die unnatürlich großen Nasen auf einen sensationsgeschärften Spürsinn der Journalisten hinweisen. 
Neben Gemälden und zahlreichen Collagen befindet sich heute das umfangreiche Archiv der Künstlerin in der Berlinischen Galerie, weshalb sie nicht zu Unrecht als ‚Hausheilige’ des Museums bezeichnet wird.

Die Journalisten, 1925
Öl auf Leinwand
86 x 101 cm
Erworben aus Mitteln der Stiftung DKLB und aus Mitteln des Senators für Wissenschaft und Kunst, Berlin

© VG Bild-Kunst, Bonn 2011

 
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