Iwan Puni, Synthetischer Musiker, 1921

Iwan Puni (1892-1956)

Synthetischer Musiker, 1921

Iwan Puni kam 1920 nach Berlin, für ihn eine Zwischenstation auf seiner Flucht aus Sowjetrussland in seine Wahlheimat Paris, wo er schon 1910/11 studiert hatte. In St. Petersburg/Petrograd hatte er 1915 und 1916 die beiden zentralen Ausstellungen der russischen Avantgarde - „Tramway W“ und die letzte futuristische Ausstellung „0,10“ - organisiert, die den Übergang von Kubismus und Futurismus zur gegenstandslosen Kunst des Suprematismus vollzogen. Er gehörte zu den Unterzeichnern des suprematistischen Manifests.

Auch in Berlin nahm er aktiv am Kunstleben der Avantgarde teil, gleich 1921 hatte er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie „Der Sturm“. Er verwandelte die Galerie in ein Gesamtkunstwerk und ließ kubistisch gekleidete Sandwich-Männer auf dem Kurfürstendamm laufen. Sein „Synthetischer Musiker“, eine musikalisch-chaplineske Figur, in der Puni kubistische und realistische Elemente miteinander vereinte, erregte auf der „Großen Berliner Kunstausstellung“ 1922 Aufsehen. 
Auch in seinen Stilleben, die den Einfluss Picassos deutlich erkennen lassen, verband er realistische mit kubistischen und flächig-konstruktiven Formen.

Synthetischer Musiker
1921
Öl auf Leinwand
145 x 98 cm
Erworben aus Spenden und Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin

© VG Bild-Kunst, Bonn 2011

 
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