Andy Graydon, Vostok, Faretheewell, 2011 © Andy Graydon

Andy Graydon

12×12. Die IBB-Videolounge

Vostok, Faretheewell, 2011

Vostok, Faretheewell erzählt von Yukitomo, einem japanischen Designer, der sich zunächst als Tourist in Berlin befindet. Er wird überraschend von einer koreanischen Filmproduktionsfirma gebeten, das Computer-Modell eines Raumsschiffes namens „Vostok“ für einen Science-Fiction-Film zu entwerfen. Im Laufe des Films durchstreift der Protagonist scheinbar ziellos und verloren Berlin. Dabei fotografiert er Materialien und Oberflächen, die als Inspiration für seinen Entwurf dienen sollen.
Seine Bemühungen, ein Science-Fiction-Raumschiff zu entwerfen, werden zugleich zu einer Spurensuche durch Berlins Vergangenheit, wenn er Bauwerke unterschiedlichster Funktion, Epoche und Machthaber besucht. Indem Graydon die eigentlich veraltete Super-8-Technik verwendet, erhält der Film paradoxerweise eine zeitlose Qualität, die ihm – ähnlich wie dem angestrebten Raumschiff – eine utopische Note verleiht.

Farwanderer, 2003

Farwanderer wurde in der Gansu Provinz, China und in Berlin gedreht. Der Film beschäftigt sich mit transitorischen, also vergänglichen, Momenten sowie der Frage, inwiefern unsere Identität an Zeit und Ort gebunden ist. Auf einem Splitscreen – einer Technik, die das Bild in zwei Bereiche aufteilt – werden traumartige Impressionen von Städten und Landschaften gezeigt, während wir aus dem Off die Stimme eines Reisenden hören. Er bittet einen daheimgebliebenen Freund um Postkarten aus der Heimat, um sich so einen imaginären Raum zu erschaffen, der zugleich fern und vertraut ist. Diese Verknüpfung von Vergangenheit und Zukunft, nah und entlegen steigert sich soweit, dass es schließlich zu einer Umkehrung kommt: Der Reisende wird in der Fremde zum Daheimbleibenden.

The Findings, 2013

The Findings handelt von dem vergeblichen Versuch eines Mannes, einen speziellen Ort wiederzufinden und seinem Gegenüber zu zeigen. Während er zunehmend desorientiert in einem Wald nach dem Weg sucht, bemüht er sich, das Gesuchte mithilfe von Sprache einzukreisen. Statt Klarheit zu schaffen, werden das gesuchte Ding und dessen Standort dadurch jedoch zunehmend verschleiert. Diese Ungewissheit wird formal durch Graydons Montage von Standbildern, Wiederholungen und schwarzem Vorspannband in den bewegten Film reflektiert. Gleichwohl entsteht durch die Erzählung des Protagonisten eine Vorstellung im Kopf des Zuhörers. Das Gesuchte nimmt so in der Imagination Form an und es stellt sich die Frage, ob dies möglicherweise der einzige Ort ist, an dem es je existiert hat.


 

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