Nevin Aladag, City Language III, 2009, © Nevin Aladag, VG Bild-Kunst 2013, Courtesy Wentrup Berlin

Nevin Aladag

12×12. Die IBB-Videolounge

Vom 18.12.2013 bis zum 03.02.2014 sind Nevin Aladağs Arbeiten „City Language I-III“ zu sehen, in denen die Künstlerin ein audio-visuelles Porträt der Stadt Istanbul entwirft. Nevin Aladağ wurde 1972 in Van, Türkei, geboren. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste München. Ihre Arbeiten waren in der Vergangenheit unter anderem im Künstlerhaus Stuttgart, im Kunstmuseum Wolfsburg, der Malmö Konsthall (Schweden) und bei der 11. Sharjah Biennale (Vereinigte Arabische Emirate) zu sehen. Aladağ lebt und arbeitet in Berlin.

City Language I, 2009

In City Language I werden vier traditionelle türkische Instrumente von den Elementen und Lebewesen der Stadt zum Erklingen gebracht: Ein Tambourin gleitet über das Meer; eine Nay – eine Langflöte – ertönt durch den Wind eines fahrenden Autos; eine Saz – ein Zupfinstrument – wird durch pickende Tauben zum Leben erweckt; mehrere Teile eines Windspiels rollen quer durch die Stadt eine Treppe hinab. Die Übergänge zwischen Geräusch und Musik sind dabei fließend. So entspinnt sich ein immer dichter werdender Klangteppich und es entsteht ein poetisches Bild dieser Stadt zwischen Tradition und Moderne.

City Language II, 2009

City Language II besteht insgesamt aus acht Teilen, von denen einer in der IBB-Videolounge zu sehen ist. Er zeigt das konservative Istanbuler Stadtviertel Fatih, das während einer Motorradfahrt aufgenommen wurde und sich im Rückspiegel reflektiert. Die direkte Wahrnehmung der Umgebung ist durch die Geschwindigkeit des Motorrads kaum möglich, das Gespiegelte hingegen ist klar zu erkennen. Angelehnt an eine in den USA und Kanada auf Rückspiegeln übliche Sicherheitswarnung („objects in the mirror are closer than they appear“) ziert eine Zeile des Madonna-Lieds American Life den Spiegel: „I’m not Christian and I’m not a Jew.“ Sie fungiert als Untertitel und rekontextualisiert das Gesehene permanent.

City Language III, 2009

City Language III zeigt in Nahaufnahmen klatschende Hände von Bewohnern und Besuchern Istanbuls. Bei der Aufnahme hatte jede Person ihren individuellen Rhythmus bestimmt – zusammengeschnitten entsteht aus den diversen Mini-Performances ein neuer, eigenständiger Sound. Das Klatschen der Menschen erscheint nun wie eine alternative, universelle Kommunikationsweise jenseits von Sprache.

Die Realisierung der IBB-Videolounge erfolgt mit Unterstützung der Investitionsbank Berlin (IBB).

 

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