Bruno Möhring, Swinemünder Brücke zu Berlin, 1902-1905, Fotografie, Erwerb 1979, © erloschen

Bruno Möhring

1863 Königsberg/Ostpreußen – 1929 Berlin

Der Teilnachlass des Architekten Bruno Möhring kam 1979 in die Berlinische Galerie. Die Abbildung der 228 m langen Swinemünder Brücke, die Möhring und Friedrich Krause von 1902 bis 1905 errichteten, ist der Loseblattsammlung „Stein und Eisen“ entnommen. Dieses Kompendium erschien zwischen 1903 und 1909 und umfasst Fotografien technischer Industrie- und Verkehrsbauten. Möhring studierte an der Technischen Hochschule Berlin. Die theoretischen Studien lagen ihm wenig. Mit der Baupraxis wurde er zwischen 1888 und 1890 im Berliner Schlossbaubüro konfrontiert. Er befasste sich mit Baukonstruktion und Materialkunde und wagte früh den Sprung in die Selbständigkeit. Mit Präsentationszeichnungen für die Weltausstellung in Chicago 1893 und Wettbewerbsarbeiten im Bereich des Brückenbaus machte er sich einen Namen. Er gewann den Wettbewerb für die Bonner Rheinbrücke, errichtete die Moselbrücke in Traben-Trarbach und in Berlin neben der Stahlbrücke an der Swinemünder Straße den Hochbahnhof und das Viadukt an der Bülowstraße. Darüber hinaus gehen der Generalbebauungsplan für Groß-Berlin von 1910 (zusammen mit Rudolf Eberstadt und Richard Petersen), die Bebauungspläne für das Schöneberger Südgelände und für den mittleren Ortsteil Berlin-Treptow auf ihn zurück. Bei dem Wettbewerb für die Deutsche Botschaft in Washington gelang es ihm, sich gegen 270 Konkurrenzentwürfe durchzusetzen und den ersten Preis zu erzielen. Möhring beschäftigte sich nach dem Ersten Weltkrieg vermehrt mit Fragen des Städtebaus und gab die Zeitschrift „Stadtbaukunst“ heraus. Er hatte zahlreiche berufspolitische Ämter inne, galt als eine der markantesten Erscheinungen der älteren deutschen Architektengeneration und war bekannt als Feind der Cliquen.

Bestand: Pläne, Zeichnungen, Aquarelle, Fotografien, Druckwerke (ca. 150 Nummern)

 

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