Emilie Winkelmann

1875 Aken/Elbe – 1951 Hovedissen bei Bielefeld

Die Berlinische Galerie bewahrt den Teilnachlass der Architektin Emilie Winkelmann. Sie ist die erste Frau, die in Deutschland Architektur studierte und in Berlin ein eigenes Architekturbüro leitete. Der größte Teil ihrer Arbeiten fiel im Krieg einem Brand zum Opfer. Nur das zuvor einer Freundin anvertraute Material kam auf Umwegen in das Museum. Ab 1902 studierte sie als Gasthörerin an der Technischen Hochschule in Hannover das Architektenfach. Frauen waren erst ab 1909 zum Studium zugelassen. Selbst der Versuch, sich unter dem Namen Emil Winkelmann einzuschreiben, ermöglichte ihr nicht den Zugang zum Studium. Als sie trotz Zusage die Diplomprüfung nicht ablegen durfte, gründete sie ohne Studienabschluss 1908 in Berlin ein Architekturbüro, das zeitweise 18 Mitarbeiter beschäftigte. Bis zum Zweiten Weltkrieg erbaute sie in und um Berlin eine Anzahl von Stadtvillen und Landhäuser für namhafte Bauherren. Herausragend ist das Luisenstift, ein Mädchenlyzeum, das von Königin Luise in Berlin begründet wurde. Während des Krieges kam sie im westfälischen Hovedissen bei der Familie eines ihrer Bauherren unter. Noch im hohen Alter wirkte sie hier in der Nachkriegszeit bei Wiederaufbauarbeiten mit.

Bestand: Pläne, Zeichnungen, Druckwerke, Fotografien, Archivalien
(ca. 90 Nummern)

 

Ansprechpartner

Ursula Müller
Leiterin Architektursammlung
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