Naum Gabo, Wettbewerb für den Palast der Sowjets, 1931 (Modell 1992), Schenkung Miriam Gabo, 1992, The Work of Naum Gabo © Nina & Graham Williams

Naum Gabo

1890 Briansk/Russland – 1977 Waterbury, Connecticut/USA

Naum Gabo studierte in München Medizin, Naturwissenschaften und schließlich Hochbau. Schon 1920 erregten seine revolutionären Versuche, Raum und Zeit im Medium der Bildhauerei darzustellen, in Russland Aufsehen. 1922 kam er nach Berlin und belebte die Kunstszene mit seinen Entwürfen konstruktivistischer Kunst. Seit 1952 war er amerikanischer Staatsbürger.
Gabos Entschluss, als Bildhauer 1931 an dem Wettbewerb für den Palast der Sowjets teilzunehmen, hatte ideologische und künstlerische Gründe. Sein Ziel war es, den herkömmlichen Architektenbau, dem er leeren Stilformalismus vorwarf, zu überwinden und diesem einen reinen Ingenieurbau entgegenzusetzen, der nach seiner Überzeugung allein dem Geist des Konstruktivismus und des Sozialismus entsprach. Die kühne Betonschalenkonstruktion sollte in einem speziell von Gabo entwickelten Falttragesystem erbaut werden. Der Entwurf lässt sich jenem Bereich des Konstruktivismus zuordnen, der eine fantasievolle Formensprache, neue Technologien und grandiose Dimensionen in sich vereinigt.
Unter den Skulpturen, Modellen und Zeichnungen aus Gabos Berliner Zeit (1922-1932) sind auch eine Reihe von Architekturzeichnungen teils utopischen Charakters, vor allem aber die Vorskizzen, Strukturpläne, Zeichnungen und schriftlichen Erläuterungen zu seinem Wettbewerbsbeitrag Palast der Sowjets.

Bestand in den Abteilungen Bildende Kunst, Grafische Sammlung, Künstler-Archiven und Architektursammlung: Pläne, Zeichnungen, Skizzen, Archivalien, Druckwerke, Skulpturen, Modelle (ca. 200 Nummern)

 

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Leiterin Architektursammlung
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