Sergius Ruegenberg, Wettbewerb Rathaus Berlin-Kreuzberg, 1951, Perspektivische Ansicht, Kohle und Farbkreide auf Transparentpapier, 70 x 150 cm

Sergius Ruegenberg

1903 St. Petersburg/Russland – 1997 Berlin

Sergius Ruegenbergs berufliche Karriere wurde bestimmt von seiner Tätigkeit in den Büros der weltbekannten Architekten Mies van der Rohe und Hans Scharoun. Daneben hat Ruegenberg aber auch ein bedeutendes eigenes architektonisches Werk hervorgebracht und sich zeitlebens als kreativer und phantasievoller Zeichner sowie Modellbauer ausgezeichnete.
Ruegenberg wurde 1903 in St. Petersburg/Russland geboren, die Russische Revolution zwang die wohlhabende Familie jedoch 1917 zur Flucht nach Berlin. Dort besuchte Ruegenberg die Baugewerkschule, die er 1924 als staatlich geprüfter Hochbautechniker verließ. Nach einer Lehre im Büro des Architekten und Designers Bruno Paul wird Ruegenberg 1925 im Büro von Mies van der Rohe beschäftigt. Hier war er an den Projekten Afrikanische Straße (Berlin) Haus Tugendhat (Brünn) und am Entwurf und Bau des Repräsentationspavillon des Deutschen Reiches für die Weltausstellung in Barcelona (sog. Barcelona Pavillon) beteiligt und dabei oft mit Zeichenaufgaben beschäftigt.
Nach Kriegsende kehrte Ruegenberg nach Berlin zurück und arbeitet unter Hans Scharoun beim Magistrat von Groß-Berlin für das Planungskollektiv für den Wiederaufbau Berlins. In dieser Zeit entstehen zahlreiche Entwurfsarbeiten besonders für Kulturbauten, Schulen und Kinos.
1947 beteiligt sich Ruegenberg am städtebaulicher Wettbewerb "Rund um den Zoo", wobei sein utopischer Entwurf eines Flughafen für Aufsehen sorgt. Bis 1956 arbeitet Ruegenberg für Scharoun und ist an zahlreichen Projekten beteiligt wie z.B. dem Wettbewerb zum Bau der Amerika Gedenkbibliothek. Die lange Zeit im Büro von Scharoun prägte auch Ruegenbergs Architektursprache: seine Entwürfe zeichnen sich durch individuelle und flexible Grundrisse aus, die rechte Winkel meiden. Ruegenbergs Ideal war eine menschliche Architektur mit hellen, offenen Räumen und Entwürfen, die den Bauaufgaben angepasst sind, und so Anonymität vermeiden.
Nach dem Ende seiner Beschäftigung bei Scharoun war Ruegenberg bis zu seiner Pensionierung 1968 im Bezirksamt Spandau beschäftigt. Während dieser Zeit entstanden Bauten wie die Friedhofskapelle am Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf, das Haus Rittinghausen im Hansaviertel, sein Privathaus in Berlin-Kladow und die Grundschule in Reinickendorf. Ruegenberg starb 1997 mit 94 Jahren in Berlin. Viele seiner Bauten stehen heute unter Denkmalschutz.

 

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