Georgij Petrussow, Letzte Attacke, Berlin 1945
Georgij Petrussow, Letzte Attacke, Berlin 1945

Georgij Petrussow

Letzte Attacke, Berlin 1945

Georgij Petrussow wurde 1903 in Rostow am Don in Russland geboren. Die Fotografie betrieb er zunächst neben seinen Tätigkeiten als Buchhalter einer Bank und Metallarbeiter. Erst 1924, mit seinem Umzug nach Moskau, begann er als Fotojournalist für die Gewerkschaftszeitschriften „Metallist“ und „Rabotschi-chemik“ zu arbeiten. Petrussows Anfänge als Bildjournalist fielen damit in eine Zeit, als sich der Fotojournalismus in der Sowjetunion professionalisierte und mit der Veröffentlichung des ersten Fünfjahresplans eine gezielte Propaganda innerhalb und außerhalb des Landes betrieben wurde.  

Seit Sommer 1941 war Petrussow im Rang eines Hauptmannes bei der Roten Armee und dokumentierte in den letzten Apriltagen des Jahres 1945 das Ende des Zweiten Weltkrieges in Berlin. Die Wirkung dieser Bilder hat er durch seine Arbeit in der Dunkelkammer erheblich gesteigert, indem er das „ursprüngliche“ Bild kräftig manipulierte. Jedoch verstand Petrussow diese Art der Bildbearbeitung nicht nur als Einflussnahme auf die Bildästhetik. Vielmehr geschah sie auch aus dem Willen heraus, neben der dokumentarischen eine emotionale Mitteilung zu machen: In „Letzte Attacke“ ist die Darstellung des Kriegsschauplatzes Schlossfreiheit als apokalyptische Vision in diesem Sinne als klares Bekenntnis gegen den Krieg und den Schrecken, den er befördert, zu lesen. Georgij Petrussow starb 1971 in Moskau.

Letzte Attacke, Berlin 1945
Silbergelatinepapier
54,6 x 44 cm
Erworben aus Mitteln der Stiftung DKLB, Berlin 1993

© Berlinische Galerie, 2011
© Reproduktion: Kai-Annett Becker

 
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