Hannah Höch, 
Dada-Rundschau, 1919
Hannah Höch, 
Dada-Rundschau, 1919

HANNAH HÖCH 

Dada-Rundschau, 1919

1919 begann Hannah Höch sich intensiv mit der Fotomontage, die in der Experimentierwerkstatt Dadas ihren Ursprung hat, auseinander zu setzen. Von nun an sollte sie, die ein traditionelles Kunststudium absolviert hatte, vorgegebene Bilder, Reproduktionen aus Printmedien, zerschneiden, um die Elemente neu zu kombinieren und zu montieren. In ihrer „Dada-Rundschau“, zusammengesetzt aus Foto- und Textfragmenten der „Berliner Illustrirten Zeitung“ der Jahre 1915 bis 1919, präsentiert die Künstlerin ein ironisch verfremdetes Polit-Kaleidoskop. In diesem komplexen Querschnitt durch die Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg lassen sich u. a. Reichspräsident Friedrich Ebert in Badehose und über ihm der amerikanische Präsident und Friedensnobelpreisträger Woodrow Wilson als Friedensengel erkennen. Karikierend demontierte Persönlichkeiten, wechselnde Perspektiven und Proportionen, dazwischen ausgeschnittene Wörter und Buchstaben - als Parodie auf den „gigantischen Weltunsinn“ hat Hannah Höch, einzige Frau unter den Berliner Dadaisten, diese frühe Montage aus Illustriertenfotos und Schriftzitaten zusammengeklebt.

Dada-Rundschau, 1919
Collage, Gouache und Aquarell auf Karton
43,7 x 34,6 cm
Erworben aus Mitteln der Pressestiftung "Der Tagesspiegel", Berlin 1986

© VG Bild-Kunst, Bonn 2011

 

 
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