Olafur Eliasson, 

I can only see things when I move, 2004
Olafur Eliasson, 

I can only see things when I move, 2004

Olafur Eliasson

I can only see things when I move, 2004

Seit einigen Jahren international verstärkt wahrgenommen, thematisiert der in Berlin lebende, dänisch-isländische Künstler Olafur Eliasson immer wieder mit teilweise aufwändig gestalteten Installationen die Wahrnehmung des Betrachters. Dabei entmaterialisiert er beispielsweise in „Your blind movement“ (2010) das Werk zu einer Nebelsphäre, durch die sich der Besucher seiner eigenen, den Raum erkundenden, Präsenz bewusst wird. Die sechs Jahre zuvor entstandene Serie dreier Fotogravüren „I can only see things when I move“ spielt allein schon durch ihren Titel ebenfalls auf diese Beziehung zwischen Bewegung und Wahrnehmung an. In der Farbigkeit und der Aufteilung der Bildfläche mit der Pop Art eines Andy Warhol verwandt, zeigt jede Gravüre in jeweils vier Abbildungen dasselbe Treppenmotiv – Eliassons Münchener Arbeit „Umschreibung“ (2004). Dieses Motiv wird allerdings immer wieder von einem anderen Standpunkt aus erfasst, wodurch der Künstler nicht wie in „Your blind movement“ den Betrachter anspricht, sondern diesem seine eigene Bewegung und Wahrnehmung vermittelt: „I can only see things when I move“. Gleichzeitig gelingt es ihm jedoch mithilfe der Serie, welche nur sukzessiv in ihrer Gänze wahrgenommen werden kann, eine Situation zu kreieren, in der die Verarbeitung des Motivs durch den  Künstler mit dem allmählichen Erfassen des Kunstwerks durch den Betrachter ein beeindruckendes Zusammenspiel eingeht.

I can only see things when I move, 2004
Serie von drei Farbfotogravüren, je 130 x 130 cm
Erworben im Rahmen der  Künstlerförderung aus Mitteln der Deutschen Klassenlotterie, Berlin 2008

© VG Bild-Kunst, Bonn 2011

 
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