Tacita Dean, Palast, 2005
Tacita Dean, Palast, 2005

Tacita Dean (*1965)

Palast, 2005

Mich ziehen Dinge an, die gerade verschwinden“, bekennt Tacita Dean, die mit ihren Arbeiten Geschichten, Orten und Menschen nachspürt, an denen sich der Wandel der Zeit ablesen lässt. Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass die Künstlerin 2005 den Palast der Republik zum Gegenstand einer filmischen Arbeit und einer Mappe mit sechs Farb-Photogravüren gemacht hat. War doch der von der DDR-Regierung an Stelle des früheren Berliner Stadtschlosses errichtete Bau damals bereits zum Abriss bestimmt. Vorübergehend konnte das entkernte Gebäude für Kunstausstellungen und Kunstaktionen genutzt werden. In dieser Zeit entstanden die rätselhaften und melancholischen Bilder der Mappe „Palast“. Stark ausschnitthaft, durchdringen sich in ihnen die strenge Rechtwinkligkeit der Glasfassade des modernen Baus und die neobarocken Formen des gegenüberliegenden Domes. In Form von Architekturfragmenten treffen in der Gegenwart der Bilder verschiedene Vergangenheitsschichten aufeinander und lassen die komplexe Geschichte Berlins aufscheinen. Einfühlsam hat Tacita Dean hier zugleich auch eine Allegorie für Zeit und Vergänglichkeit geschaffen.

Palast, 2005
Mappe mit 6 Farb-Fotogravüren, je 49,5 x 69,5 cm

Erworben im Rahmen der Künstlerförderung von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Referat Stipendien und Projektförderung, Bereich Bildende Kunst, Berlin 2007

© Tacita Dean

 
Copyright © 2011 Berlinische Galerie. Alle Rechte vorbehalten.