Ferdinand Möller im Büro der Galerie, Schöneberger Ufer 38, Berlin W35, 11. Februar 1928
Ferdinand Möller im Büro der Galerie, Schöneberger Ufer 38, Berlin W35, 11. Februar 1928

Kunsthandel der Moderne

Nach dem I. Weltkrieg nahmen von Kunsthändlern geführte Galerien wachsenden Einfluss auf die Vermittlung und die Verbreitung moderner Kunst. In Berlin veranstaltete Ausstellungen, wie die Erste Internationale DADA-Messe im Kunstsalon Otto Burchard, 1920, oder die Erste Russische Kunstausstellung in der Galerie Van Diemen & Co, 1922, in der die russische Avantgarde um Naum Gabo gezeigt wurde, sind heute legendär. Eberhard Roters erkannte früh die Bedeutung von Materialien zu solchen Ausstellungen und zu dokumentarischen Überlieferungen aus dem Kunsthandel der Moderne insgesamt. 1982 gelang es ihm, den Nachlass der Galerie Ferdinand Möller als Schenkung aus Familienbesitz zu übernehmen. Möller, zwischen 1917 und 1956 als selbständiger Galerist tätig, war ab 1918 Geschäftsführer der Freien Secession und galt in Berlin seit den 1920er Jahren als wichtiger Förderer des Expressionismus. Von ihm vertretene Künstler waren neben den BRÜCKE-Malern, Alexej Jawlensky, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Schlemmer u. a.

Aufgrund der weit reichenden kunsthistorischen Bedeutung des erhaltenen Materials fördert die Arbeitsstelle für Provenienzforschung seit 2008 die zwei Jahre zuvor begonnene wissenschaftliche Tiefenerschließung des Nachlasses. Begleitend dazu sind die Künstler-Archive mit der Sammlung weiterer Galerieüberlieferungen befasst und schaffen damit Grundlagen für ein Archiv des Berliner Kunsthandels.

Ferdinand Möller im Büro der Galerie, 11. Februar 1928
Ferdinand-Möller-Archiv

 
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