Simon Fujiwara

Phallusies (An Arabian Mystery), 2010

Ausgangspunkte für die Arbeiten von Simon Fujiwara sind als Drehbuch geschriebene Schilderungen aus realen und fiktiven Archiven, die die Möglichkeiten der Manipulation von Geschichte und den Einfluss individuellen Erlebens auf das kollektive Gedächtnis hinterfragen.

Seine Installation Phallusies (An Arabian Mystery, 2010) erzählt, wie unter den Fundamenten eines neuen Museumsgebäudes irgendwo in der arabischen Wüste ein gigantischer Phallus aus Stein entdeckt wird. Weder existieren Aufzeichnungen über dessen Existenz, noch über sein Verschwinden. Manche sagen, er wurde zerstört, andere wollen gesehen haben, wie eine Kiste ohne Aufschrift mit unbekanntem Ziel abtransportiert wurde. Die Wahrheit liegt in den Händen von vier Briten, die Fujiwara damit beauftragt hat, den Phallus aus der Erinnerung nachzubauen, denn sie haben damals auf der Baustelle gearbeitet und waren Zeugen der Entdeckung. Doch sogar unter ihnen herrscht keine Einigkeit darüber, was sie eigentlich gesehen haben. Einer erinnert sich auch Hoden gesehen zu haben, ein anderer bestätigt, es sei nur eine Säule gewesen. Einige sagen, er war drei Meter lang, andere, acht. Allerdings spielt hier nicht die Größe die vorrangige Rolle, sondern die Form – und wie in jeder erotischen Geschichte ist die Wahrheit am Ende schlüpfrig...

Simon Fujiwara (geb. 1982 in London) lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Architektur an der Cambridge University und Bildende Kunst an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste (Städelschule) in Frankfurt am Main. Jüngste Einzelausstellungen u. a.: Letters from Mexico, Hamburger Kunsthalle, Hamburg u. Phallusies, Gio Marconi, Mailand (2011), Welcome to the Hotel Munber, Galerie Neue Alte Brücke, Frankfurt am Main u. Art Basel 41 – Art Statement (2010). Teilnahme an Gruppenausstellungen u.a.: Open House, Singapore Biennale 2011, 29. São Paulo Biennale u. Manifesta 8 Biennial, Murcia (2010). 2010 erhielt er den Baloise Kunst-Preis und den Cartier Award der Frieze Art Fair, London.

Die Installation war Teil der Ausstellung "Based in Berlin", die vom 8.6. - 24.7.11. im Atelierhaus Monbijoupark, den KW Institute for Contemporary Art, der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, dem Neuen Berliner Kunstverein n.b.k. und der Berlinischen Galerie zu sehen war. www.basedinberlin.com

 

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