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Die Ausstellung zeigt 29 deutsche und ausländische Künstlerinnen und Künstler des zeitgenössischen Berlin, das sich seit der Wiedervereinigung zu einem der wichtigsten kreativen Schauplätze entwickelt hat und für viele zur neuen Heimat geworden ist. Angesichts der zunehmenden Uniformierung einer globalisierten Gesellschaft, stellt sich besonders in der Kunst die Frage nach kultureller Verortung und Identität. Die präsentierten Arbeiten, die größtenteils eigens für die Ausstellung geschaffen wurden, spiegeln die künstlerische Definition von Lebensraum und die schöpferische Aneignung einer zunehmend entfremdeten Umwelt.
Heimat assoziiert man mit Begriffen wie Heim oder auch Behausung. Daher haben zahlreiche Exponate im weitesten Sinne etwas mit Architektur zu tun. Das Haus ist als schützende Hülle, als Sehnsuchtsort, als Zuflucht gekennzeichnet, aber auch stets als gefährdet, als ein von Verlust bedrohtes Domizil, als Ort des Scheiterns. Nie wird Heimat als etwas Selbstverständliches gesehen, immer ist das Verhältnis zu ihr gebrochen. Ähnlich verhält es sich bei dem Umgang der Künstler mit der Landschaft, die seit jeher besonders mit dem Heimatgefühl verbunden wird. Auch sie ist oft eher ein bedrohtes Territorium. Hinter der Idylle lauert das Unheimliche - das scheinbar Vertraute wandelt sich in sein Gegenteil und wird fremd. Wir begeben uns auf die Wanderschaft: Treu bleiben uns die Dinge, die wir in die Ferne mitnehmen und die das gewohnte Ambiente in Erinnerung rufen. Das einzelne Objekt wird zur Referenz des individuellen Lebens. In einer von Mobilität und Migration geprägten Zeit, in deren schnellen Umbrüchen der permanente Wandel das einzig Sichere scheint, kann Heimat nur in der eigenen Identität gefunden werden. Die Kunst als Entwurf idealer Gegenbilder zur Realität, ist zumeist fern aller Romantik nicht der Idylle verpflichtet, sondern einer sowohl kritischen als auch utopischen Sichtweise auf die Gegenwart.
Die Ausstellung integriert die Preisträger des diesjährigen GASAG-Kunstpreis, der von der GASAG in Zusammenarbeit mit der Kunstfabrik am Flutgraben e.V. verliehen wird.
Parallel zur Ausstellung präsentiert die Berlinische Galerie im Auditorium drei aktuelle Arbeiten von Clemens Krauss aus der Serie "Chromosomes".
TEILNEHMENDE KÜNSTLER
Nevin Aladag (Förderpreis GASAG)
Michel de Broin
Christina Dimitriadis
Martin Dörbaum
Markus Draper
Paul Ekaitz
Nina Fischer und Maroan el Sani
Christine de la Garenne
Eva Grubinger
Erla Haralsdóttir und Bo Melin
Mona Hatoum
Anton Henning
Jeroen Jacobs
Takehito Koganezawa
Lucas Lenglet
Via Lewandowsky
Tea Mäkipää
Birgit Ramsauer
Mandla Reuter (GASAG Kunstpreis)
Miguel Rothschild
Michael Sailstorfer
Yehudit Sasportas
Florian Slotawa
Costa Vece
Maria Vedder
Jorinde Voigt (Förderpreis GASAG)
Brigitte Waldach
Idee und Konzeption
Ursula Prinz
Kuratorinnen
Ursula Prinz und Anne Haun
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Kerber Verlag, Leipzig. (152 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen und Textbeiträgen von u.a. Ursula Prinz, Anne Haun, Christian Tagger, Mark Gisbourne, Ilija Trojanow und Wladimir Kaminer; Preis EUR 19,80.)

