Alles auf Anfang, 2007
Courtesy Gitte Weise Galerie, Berlin und die Künstlerin © Nevin Aladag
Ausgebreitet auf einem Podest liegen 50 verschiedene Motorradrückspiegel. Sie sind frei beweglich und dürfen von den Besuchern in die Hand genommen werden. Die Spiegel reflektieren die Umgebung, Bruchstücke der Ausstellung, Teile des eigenen Gesichtes oder anderer Besucher. Wie ein Untertitel erscheint im unteren Bildrand eine Textzeile. Es sind Zitate aus Popsongs, Redewendungen oder Gedanken, die – emotional und universal zugleich – den Betrachter unmittelbar ansprechen. Die Welt im Spiegel ist flüchtig und zufällig, seine Beweglichkeit erlaubt immer neue Zusammenstellungen. In der konvex gekrümmten Oberfläche werden die Objekte kleiner, die Distanzen verringert. Das macht die Welt im Spiegel überschaubarer, das bringt die Person, die den Spiegel hält und sich darin einfängt, dichter hinein. Doch der Moment bleibt flüchtig. Der Spiegel wird zurückgelegt oder an den Nachbarn weitergereicht, ein neues Spiel beginnt. Alles auf Anfang –

