Mobile Home II, 2006
Courtesy Alexander and Bonin, New York; White Cube, London und die Künstlerin
© Mona Hatoum Foto: Jens Ziehe
Alles ist in Bewegung, ganz langsam, kaum sichtbar, aber stetig, ohne Anfang und Ende. Das Ereignis bleibt so subtil, dass man an der eigenen Wahrnehmung zweifelt und meint, der Boden unter den Füßen würde zu schwanken beginnen. In MOBILE HOME II findet Mona Hatoum ein melancholisches Bild für das Erleben nomadischer Existenz und erzählt von der Suche nach Heimat zwischen den Welten. Als Tochter palästinensischer Eltern im Libanon aufgewachsen, lebt die Künstlerin heute in London und Berlin. Die Idee von Heimat als ein stabiler, unbedrohter Ort, gar territorial gebunden, wird zur Utopie. Umso mehr geht es in ihren Arbeiten um die Suche nach Identität, nach dem Sich-Behaupten in einer fremden Umgebung. Geschützt zwischen zwei Absperrgittern und durch diese bemessen, erstreckt sich ein privater Raum, angefüllt mit Alltagsgegenständen. Die vertrauten Objekte sind ein Stück gelebten Lebens, Identitätssplitter, die auf der Reise Zuflucht bieten. Der Fluss der Wanderung wird für einen Moment unterbrochen. Spielzeuge, wie ein Stofftier, ein Auto oder ein aufblasbarer Globus, erinnern an die heile Welt der Kindheit, an die Heimat, die für immer verloren zu sein scheint.

