The 9 Screws, 2006
Der Film und die Installation „The 9 Screws” beruhen auf einer Kriminalgeschichte, deren Protagonisten Ikea-Möbel sind, die anstelle von Personen agieren. Die Personifizierung von eigentlich toten Gegenständen ist ein Topos des Märchens, den schon die Surrealisten gern gebrauchten. Menschliche Verhaltensweisen werden dadurch nicht nur karikiert, sondern auch offenbar. Die Sprache der Bilder lässt sich dem Comic vergleichen. Sie ist allgemeinverständlich und rätselhaft zugleich. Alltägliches bekommt eine ganz neue Dimension, wird bedeutend und ereignisreich. Es ist eine absurde Erzählung, die durch Schrauben zusammengehalten werden müsste. Das Bett, das vom tragenden Pfeiler der Museumstreppe durchbohrt wird – analog zu dem Bett, durch das im Film ein Baum hindurchwächst – enthält eine ebenso humorvolle wie mehrschichtige Mitteilung. Man mag an den Stammbaum denken, an die Wurzel Jesse oder auch an den Ursprung menschlichen Lebens überhaupt.

