Otto Bartning, Sternkirche, 1922

Otto Bartning, Sternkirche, 1922, Berlinische Galerie, © Technische Universität Darmstadt, Fachbereich Architektur

Otto Bartning

Sternkirche, 1922

Die Sternkirche von Otto Bartning ist ein Meisterwerk nicht gebauter expressionistischer Architektur. Auf dem Grundriss eines kristallinen Siebenecks entwickelte Bartning ein symbolhaft aufgeladenes, von Kanten und geschwungenen Bögen gestaltetes Raumgefüge aus Holz. Sinngemäß sollte der Bau von den Eingängen über Kanzel und Altar nach oben empor wachsen. Das Dachgewölbe tragen ineinander geflochtene und über Kreuz ausgesteifte Bogenstellungen. Die statischen Kräfte werden in den Erdboden abgeleitet. Nicht vergleichbar mit anderen Architekten des Expressionismus, die ihre Bauten auf die reine Fantasie gründeten, war Bartning ein Pragmatiker, der auf umsetzbare Form, konstruktive Möglichkeiten und Sparsamkeit gleichermaßen setzte. Seine Notkirchen, die er als Typenbauten in der Nachkriegszeit tatsächlich realisierte, folgen in sparsamster Ausprägung der Grundidee der Sternkirche.