Museum Berlin - Berlinische Galerie

Kunst am Bau

Für die Gestaltung des Außenraums hatte die Berlinische Galerie in Zusammenarbeit mit dem Bereich Kunst im Stadtraum und am Bau der Senatskulturverwaltung einen eingeladenen Kunstwettbewerb ausgelobt. Ziel war, den Vorplatz und Eingangsbereich des Museums künstlerisch zu artikulieren und so das Gebäude als neuen Kunst- und Kulturstandort im Stadtraum zu verankern. Das Hauptproblem und die zentrale Aufgabenstellung bestand darin, das zurückgelegene Museumsgebäude bereits von der Straße aus als Museum erfahrbar zu machen. Eine namhafte Jury hatte zwei der insgesamt zehn Wettbewerbsbeiträge zur Realisierung empfohlen. Nach eingehender Prüfung der Machbarkeit hatte sich die Berlinische Galerie gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Anfang Oktober 2003 dafür entschieden, beide Entwürfe zu realisieren und in die Bauplanung mit einzubeziehen.

Der künstlerische Beitrag von Fritz Balthaus „marked space – unmarked space”

Der Entwurf des in Berlin lebenden Künstlers Fritz Balthaus bezieht sich auf das gesamte Gebäudeensemble. Balthaus gewinnt aus der vorgegebenen Struktur der großen Halle die Maßeinheit von 5 x 11 Meter, die der Breite und Höhe der Wandabschnitte zwischen den Stützpfeilern der Außenwände der großen Halle entspricht. Diese Abschnitte markiert er durch graue und weiße Bemalung auf der gesamten Fassade der großen Halle. Zugleich verbreitert er das neben dem Eingangsbereich gelegene Fluchttreppenhaus auf fünf Meter und bringt es optisch auf die gleiche Höhe wie die Halle selbst, so dass sich als Stirnwand des Fluchttreppenhauses ebenfalls die Maßeinheit von 5 x 11 Meter ergibt. Durch eine weitere Wandaufstockung wird das Fluchttreppenhaus visuell an die Museumshalle gebunden und der Luftraum über der Eingangshalle wird so zu einem nach Außen geklappten white cube des Museumsinnenraums. Schlüssel und zentrales Element des künstlerischen Beitrags von Balthaus ist eine ebenfalls in den Maßen 5 x 11 Meter neu errichtete freistehende weiße Wand. Sie bildet eine gedachte Verlängerung der Museumsaußenwand zur Straße hin. Hierdurch wird das eigentliche Museumsgebäude, dass durch den vorgelagerten Bürotrakt verdeckt ist, visuell zur Straße verlängert und bereitet den Besucher bereits von weitem auf die Dimensionen des zurückgelegenen Museumsgebäudes vor. In erster Linie ist die von Fritz Balthaus optisch als Ausstellungswand konzipierte glatt weiß geputzte Betonwand kein architektonisches sondern vielmehr ein künstlerisch skulpturales Element. In dem Beitrag zeigt sich so die konsequente Weiterführung seiner bisherigen künstlerischen Arbeiten, die sich überwiegend mit Materialien und Prozessen musealer Präsentation beschäftigen, indem sie diese zitieren, durchleuchten, verfremden und irritieren. Konzeptionell werden so die im Ausstellungsbetrieb entstehenden nachgeordneten funktionalen Elemente, Vorgänge und Materialien zur Präsentation der Kunst – hier die Ausstellungswand und der Museumsraum - selbst zum Ausgangs- und Endpunktpunkt künstlerischer Gestaltung.

Der künstlerische Beitrag des Architektenteams Kühn Malvezzi „Markierung Glaslager“

Der Entwurf bezieht sich auf die Bodengestaltung des Vorplatzes sowie die Möblierung durch Sitzgelegenheiten und Baumpflanzungen. Hauptelement der künstlerischen Arbeit ist die Markierung des Museumsvorplatzes durch ein 80 Meter langes leuchtend-gelbes Buchstabenfeld auf schwarzem Asphaltgrund. Optisch wird hierdurch der Vorplatz auf seiner ganzen Länge betont und der Blick des Betrachters von der Straße zum Außenraum vor dem Museum gelenkt. Was von der Straße aus noch wie ein unsortiertes Buchstabenfeld wirkt, zeigt sich bei Betrachtung in Leserichtung als eine exemplarische Namensauflistung von Künstlern, die in der Sammlung der Berlinischen Galerie vertreten sind. Ergänzt wird der Entwurf durch eine Sitzbank, die sich, unterbrochen durch eine Baumreihe und einen Durchgang am hinteren Ende, entlang der Grundstücksgrenze erstreckt. Hierdurch wird der Platz eingefasst und vom Nachbargrundstück abgrenzt, und lädt zugleich zum Verweilen ein. Darüber hinaus haben Kühn Malvezzi auch die Möbel der Bibliothek sowie den Kassen- und Garderobentresen entworfen.

 

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