Micha Ullman: Niemand, 1990, Foto: Jason Kassab-Bachi, © Micha Ullman

Micha Ullman (* 1939)
Niemand, 1990


Berühmt geworden ist Micha Ullman mit seinem Denkmal der Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz, das nur durch ein kleines Fenster in der Pflasterung einsehbar ist: eine leere Bibliothek. Mit „Niemand“ hat der israelische Künstler einen hermetisch verschlossenen Kubus der Leere und der Stille in die geräuschvolle Betriebsamkeit der Straße gestellt. Verschlossene Öffnungen deuten eine Zugänglichkeit an, die verwehrt bleibt: ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens. Gegenüber dem Jüdischen Museum aufgestellt, bildet es den Gegenpol zur Synagogen-Gedenkstätte am anderen Ende dieser Achse im städtischen Raum, in der Axel-Springer-Straße. Und natürlich besteht auch ein eindringlicher inhaltlicher Bezug zu den „Stolpersteinen“ von Gunter Demnig, die an deportierte jüdische Bewohner dieses Stadtviertels erinnern.

Niemand
1990
Stahl
320 x 320 x 260 cm
Berlinische Galerie, Landmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

 
Copyright © 2011 Berlinische Galerie. Alle Rechte vorbehalten.