Architekturbüro Hasso v. Werder, Uwe Pompinon, Klaus Beyersdorff, Matterhornstraße 6-8, 1970er Jahre, Schenkung: Leo Pompinon, 2010, ©  Berlinische Galerie, Foto: Siegfried Büker

Hasso von Werder, Uwe Pompinon, Klaus Beyersdorff

Architekturbüro in Berlin von 1968 bis 1982

Die Materialien des Architekturbüros von Werder, Pompinon, Beyersdorff dokumentieren beispielhaft das Berliner Baugeschehen der 1960er und 1970er Jahre.
Dank staatlich geförderter Wohnungsbauprogramme widmete sich das Büro bis Ende der 1970er Jahre hauptsächlich dem Wohnungsneubau im Westteil Berlins. Neben den großen Siedlungen am Rande der Stadt stand die Lückenschließung der im Stadtzentrum entstandenen Kriegsschäden im Vordergrund.
Stilistisch orientierten sich die Architekten mit ihren kubischen Formen, ineinandergeschobenen Raumvolumen, freistehenden Wandscheiben und kühnen Auskragungen an Motiven des Neuen Bauens der Vorkriegszeit. Weitere charakteristische Kennzeichen ihrer Bauten sind neben halbrunden Balkonkästen der Einsatz poppiger Fassadenfarben und die Verwendung von Sichtbeton an großen Außenwandflächen. Ihre Grundrisse zeichnen sich durch außergewöhnliche Lösungen aus, wie etwa halbgeschossig versetzte Wohnetagen.
Bedeutender Einzelbau des Büros ist das für die Eigennutzung der beiden Architektenfamilien von Hasso von Werder und Uwe Pompinon errichtete Stadthaus in der Herderstraße 16 in Berlin-Charlottenburg. Zur optimalen Ausnutzung des schmalen, innerstädtischen Grundstücks verteilten die Architekten die Wohnfläche über fünf auf halbem Geschoss gegeneinander versetzt verlaufende Etagen. Bei größtmöglichem Verzicht auf Türen entsteht der Eindruck eines einzigen offenen Wohnraums. Die zur Unterstützung ihrer plastischen Formen einst kontrastreiche Farbfassung der Fassade ist heute leider nicht erhalten.

Bestand: Fotografien, Modelle, Dokumente (ca. 150 Nummern)

 

Ansprechpartner

Ursula Müller
Leiterin Architektursammlung
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