Winnetou Kampmann, Ute Weström, Wiederaufbau des ehem. Kunstgewerbemuseums (Martin-Gropius-Bau), Berlin, 1986, Lichthof mit rekonstruiertem Fliesenfußboden, © Foto: Karl-Ludwig Lange

Winnetou Ulf Kampmann

1927 Rangsdorf b. Berlin – 2001 Berlin

Mit der Internationalen Bauausstellung 1957, jener viel beachteten Leistungsschau der internationalen Nachkriegsmoderne, begann die berufliche Laufbahn des Berliner Architekten Winnetou Kampmann, der einer weitverzweigten Künstlerfamilie entstammt. Als Mitarbeiter von Hilde Weström entwarf er funktionale Musterwohnungen, die in der Sonderschau „Die Stadt von morgen“ gezeigt wurden. Den Anspruch von hoher Wohnqualität verfolgte er später auch in zahlreichen Planungen für den Berliner Sozialen Wohnungsbau.
Ein weiterer Schwerpunkt seines Schaffens lag auf der Umgestaltung historischer Bauten in Berlin zur kulturellen, meist musealen Nutzung. Dazu zählen das Alte Kammergericht in der Kreuzberger Lindenstraße (heute Eingangsbau des Jüdischen Museums), das Bröhan Museum in Berlin-Charlottenburg, die Rekonstruktion des Hamburger Bahnhofs und der Wiederaufbau des kriegszerstörten Kunstgewerbemuseums nahe dem Potsdamer Platz (heute Martin-Gropius-Bau). Konzeptuelle Grundlage seiner Umbauten war die ebenso kritische wie sensible Auseinandersetzung mit Bestand und Umgebung.

Kampmanns gestalterische Wurzeln liegen in der klassischen Moderne der 1920er und 1930er Jahre. Als Sohn des Malers und Bildhauers Walter Kampmann, Mitglied der „Novembergruppe“, ist diese Prägung leicht erklärt. Kultiviert wurde diese Basis während seines Architekturstudiums von 1950-56 an der Berliner Hochschule für Bildende Künste (HBK) bei Paul G.R. Baumgarten, mit dem er die Vorliebe für klare Formen und stimmige Proportionen teilte. Als selbständiger Architekt arbeitete er die größte Zeit gemeinsam mit seiner zweiten Ehefrau, der Architektin Ute Weström.

Winnetou Kampmann war zudem Mitbegründer der Berlinischen Galerie und prägte über 20 Jahre lang als Vorsitzender und zuletzt Ehrenvorsitzender den Förderverein dieses Landesmuseums.

 

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