Hans Uhlmann, Ohne Titel, 1958
Hans Uhlmann, Ohne Titel, 1958

Hans Uhlmann (1900-1975)

Ohne Titel, 1958

1950 war Hans Uhlmann an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin berufen worden. Im selben Jahr begann er, die ersten Zeichnungen in schwarzer Kreide auszuführen – eine Technik, die er von nun an bevorzugt verwendete. In seinen Bildwelten tritt Figürlich-Gegenständliches immer mehr zurück; allein das Zusammenspiel von Linie und Fläche, von Hell und Dunkel wird zum Thema seiner Zeichnungen. Wie Uhlmann notierte, sind in seinem zeichnerischen Œuvre von“1957 bis 1959 Kreidezeichnungen geometrisch-konstruktiver Art vorherrschend“. Das vorliegende Blatt ist ein besonders großformatiges Exemplar aus dieser Zeit. Von den Rändern schieben sich kompakte schwarze Felder ins Bild. Sie sind in ein Geflecht exakt mit dem Lineal gezogener, meist spitzwinklig aufeinander zulaufender Linien eingespannt. Dieses Geflecht scheint sowohl neben als auch unter und über den schwarzen Flächen zu liegen und stellenweise als durchsichtige Gerüstkonstruktion – gehalten von Fäden, die außerhalb des Bildes verankert sind – im Raum zu schweben. Uhlmann macht, wie in allen seinen späteren Kreidezeichnungen, „räumliche Situationen und Spannungsfelder anschaulich, ohne auf gegenständliche Bezüge zurückzugreifen.“

Ohne Titel, 1958
Kreide auf Karton
100 x 150 cm
Erworben aus Haushaltsmitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten Berlin, 1989

© VG Bild-Kunst, Bonn 2011

 
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