Naum Gabos Adressbuch 1920er Jahre
Naum Gabos Adressbuch 1920er Jahre

Teilnachlass Naum Gabo (1890–1977)

Naum Borisowitsch Pevsner, der sich später Naum Gabo nannte, wuchs in Russland auf. Nach seiner Schulzeit ging er nach München, wo er von 1910 bis 1914 das Polytechnikum besuchte. Während des Ersten Weltkrieges flüchtete Gabo nach Dänemark, kehrte allerdings 1917, als die Russische Revolution ausbrach, in seine Heimatstadt Briansk zurück. Im Jahr 1920 verfasste er mit seinem Bruder Antoine das „Realistische Manifest“, das die Entwicklung der Bildhauerei entscheidend beeinflussen sollte. Im Jahr 1922 kam Gabo zum Aufbau der „Ersten Russischen Kunstausstellung“ (in der Galerie van Diemen) nach Berlin, wo er bis 1932 lebte. Er stellte mit der „Novembergruppe“ aus, hielt Vorlesungen am Bauhaus und entwarf für Serge Diaghilev und dessen „Ballets Russes“ das berühmte Bühnenbild für „La Chatte“. Die erste Einzelausstellung des Künstlers fand 1930 in der Kestner Gesellschaft Hannover statt. Im Jahr darauf nahm Gabo an einem Wettbewerb für den Palast der Sowjets in Moskau teil, der nie gebaut wurde. Nachdem Gabos Atelier von der SS durchsucht worden war, verließ der Künstler Berlin und zog nach Paris, wo er sich der Gruppe „Abstraction – Création“ anschloss. Über England emigrierte Gabo 1946 in die USA, deren Staatsbürger er 1952 wurde. 


Nina Williams, die Tochter des Künstlers, hat seit 1987 Teile des Nachlasses von Gabo an die Berlinische Galerie übergeben. Das Naum-Gabo-Archiv der Berlinischen Galerie enthält das „Realistische Manifest“, Katalog und Foto der „Ersten Russischen Kunstausstellung“, veröffentlichte und unveröffentlichte Manuskripte des Künstlers, Skizzen, Korrespondenzen, Ausstellungsunterlagen, Notizen und Werkfotos von Gabo.

Naum Gabos Adressbuch 1920er Jahre
Gabo-Archiv
Schenkung Nina Williams 1987

 
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