Emilio Vedova                                        Absurdes Berliner Tagebuch ´64

Aus der Sammlungspräsentation

Emilio Vedova arbeitete in der Zeit von Ende 1963 bis Anfang 1965 auf Einladung von Werner Haftmann in Berlin als Stipendiat der Ford Foundation, aus der das Berliner Künstlerprogramm des DAAD hervorging. Sein Atelier im Grunewald war der ehemalige Arbeitsort von Arno Breker, der als wichtigster Bildhauer des NS-Regimes galt. Hier schuf Vedova für die 1964 stattfindende Kasseler „documenta III“ das „Absurde Berliner Tagebuch ’64“. Eisenscharniere verbinden die unterschiedlich gesägten, beidseitig bemalten Bildtafeln zu mehrteiligen beweglichen Konstruktionen, die Vedova als „Plurimi“ bezeichnete. Damit löste der Venezianer als Erster die ungegenständlich-expressive Malerei aus der konventionellen Form des Tafelbildes. Das „Absurde Berliner Tagebuch ’64“ entstand als Reaktion auf das Lebensgefühl des geteilten Berlins der frühen 1960er Jahre.

 

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