Hauptwerke, wichtige Künstler und Epochen

der Sammlungspräsentation

Bildende Kunst

Zu den Hauptwerken der Bildenden Kunst gehören die Gemälde und Skulpturen großer Künstler wie Max Liebermann, Max Beckmann, Otto Dix, Naum Gabo oder Wolf Vostell. Zudem sind Werke von weniger bekannten Vertretern des Impressionismus, Expressionismus, der osteuropäischen Avantgarde, der Neuen Sachlichkeit, des Informel oder der figurativen Malerei der 1960er- und 1970er-Jahre zu entdecken. Ein besonderes Augenmerk gilt Künstlerinnen und Künstlern, die durch die beiden Weltkriege und insbesondere durch die Repressionen gegen Kunst und Künstler unter nationalsozialistischer Herrschaft in Vergessenheit geraten sind, wie etwa Felix Nussbaum, Hannah Höch oder Werner Heldt.

Fotografie

Die Berlinische Galerie verfügt über eine der bedeutendsten Sammlungen zur künstlerischen Fotografie in Deutschlands. Als Teil der Sammlungspräsentation zeigt sie den Beitrag Berlins für die Entwicklung des Mediums von etwa 1900 bis 1980. Als Auftakt sind die frühe Straßenfotografie um 1900 (Heinrich Zille), die zeitgleich entstehende Kunstfotografie (Rudolf Dührkopp, Jacob Hilsdorf) und Landschaftsaufnahmen (F. Albert Schwarz) zu sehen. Darauf folgt die Fotografie der Neuen Sachlichkeit (Fritz Brill) in den 1920-er Jahren und die journalistische Fotografie dieser Zeit (Felix H. Man). Bilder aus der völkisch-konservativen Zeitschrift Volk und Welt illustrieren die heute seltsam anmutende Verquickung von Moderne und Propagandismus. Die unmittelbare Nachkriegszeit wird in journalistischen Aufnahmen (Jindrich Marco) aus den späteren 1940-er Jahren erlebbar. Aus den 1950-er Jahren stammen abstrakte Kompositionen, die der Richtung der subjektiven Fotografie zugerechnet werden müssen (Fritz Kühn). Den Abschluss bildet die Fotografie der 1960-er Jahre, die stilistisch die Phase zwischen der subjektiven Fotografie und der Autorenfotografie der 1970-er Jahre markiert (Janos Frecot).

Fritz Brill, 800 000, 1932, Schenkung aus Privatbesitz 1993 © Dr. Gertrud Brill
Heinrich Zille, Ohne Titel (Friedrich-Karl-Platz, Nordwestseite), Sommer 1898, Erworben aus Mitteln der Pressestiftung Tagesspiegel, Berlin 1988/89 © Urheberrechte am Werk erloschen
Janos Frecot, Berlin, 1964/66, Erworben aus Haushaltsmitteln der Berlinischen Galerie, Berlin 2013 © Janos Frecot

Grafik

Umfangreiche Konvolute zu Dada (Hannah Höch, u.a.), Neuer Sachlichkeit (Jeanne Mammen, Gertrude Sandmann) und Kunst nach 1945 (Hans Uhlmann, Werner Heldt) markieren  Schwerpunkte der Grafischen Sammlung. Während Arbeiten von Hannah Höch zur Zeit in der Sonderausstellung Dada Afrika bewundert werden können und eine große Schau zu Jeanne Mammen für 2017 in Vorbereitung ist, beleuchten Werke von Gertrude Sandmann oder Hans Uhlmann die schwierigen Jahre zwischen 1933 und 1945 und die Zeichnungen von Werner Heldt den melancholisch grundierten Aufbruch nach 1945.

Zu den temporär ausgestellten Zeichnungen (bis Juni 2017) zählen Blätter des Suprematisten Kasimir Malewitsch sowie von den weniger bekannten Künstlern der Novembergruppe Rudolf Ausleger und Max Dungert aus den frühen 1920er-Jahren. Zu den Arbeiten von Werner Heldt gehört ein bedeutender Komplex von Zeichnungen, die nach 1933 im Exil auf Mallorca entstanden. Erstmalig wird außerdem die expressionistische Künstlerin Margarete Kubicka (1891-1984) mit einer Werkgruppe (1925) vorgestellt. Sie gehörte zum Umkreis der Zeitschrift Aktion, die dem Expressionismus und einem politischen Anarchismus nahestand.

Architektur

Neben dem Modell der Sternkirche (Entwurf 1921/1922 von Otto Bartning) sowie fotografischen und filmischen Projektdokumentationen der 1930er-Jahre (Hermann Kaspar, Albert Speer) zeigt die Architektursammlung anhand von Plänen, Skizzen, Fotografien und Modellen wichtige in Berlin entstandene Projekte und Gebäude der sogenannten Nachkriegsmoderne (1950er- bis Anfang der 1970er-Jahre). 

Künstler Archive

Mit Katalogen, Zeitschriften, historischen Fotografien und Unterlagen aus dem Kunsthandel aus den Künstler-Archiven des Hauses werden die frühen Wege der Vermittlung moderner Kunst nachgezeichnet. Ausgehend von den wegweisenden Ausstellungen der Berliner Secession spannt sich der Bogen bis zum revolutionären Aufbruch in der Weimarer Republik. Innovative Strategien wie Postkarten von Künstlern und Kunstwerken, die Herwarth Walden für seine Galerie Der Sturm herausgab, sind ebenso zu entdecken wie Ausstellungsführer der Novembergruppe, die ein neues Publikum ansprechen sollten.

Temporär ausgestellte Werke

In unregelmäßigen Abständen werden einzelne Werke in der Sammlungspräsentation ersetzt, weil sie als Leihgaben unterwegs sind. Außerdem werden aus konservatorischen Gründen regelmäßig besonders lichtempfindliche Werke der Fotografie und Grafik ausgetauscht. Welche Werke aktuell zu sehen sind, zeigt die Sammlung Online.

 

Berlinische Galerie

Landesmuseum für Moderne
Kunst, Fotografie und Architektur
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10969 Berlin

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Fax +49 (0)30-789 02-700

Öffnungszeiten

Mittwoch–Montag 10:00–18:00 Uhr
Dienstag geschlossen

EINTRITTSPREISE

Tageskarte 8 Euro
Ermäßigt 5 Euro (gilt auch für Gruppen ab 10 Personen)
Jeden ersten Montag im Monat 4 Euro

Freier Eintritt bis 18 Jahre

Ermäßigung bei Vorlage eines Tickets des  Jüdischen Museums Berlin am Tag des Erwerbs und an den zwei folgenden Tagen. Dieses Angebot gilt auch umgekehrt.