„Die Nationalgalerie schrieb heute, daß die Bilder große Sensation gemacht haben. […] Alle sind geteilt zwischen Begeisterung und Zorn. […] Berlin Dresden München dann kommt Paris u. New York,“ das schreibt Max Beckmann selbstbewusst 1925 in einem seiner Briefe, als die Weltkarriere noch nicht in Sicht war.

Etwa zur gleichen Zeit prophezeit er euphorisch seinem Kunsthändler J. B. Neumann: „Das Vertrauen was Sie fast fatalistisch in mich setzen werden Sie nicht bereuen. – Mein Wille jetzt ganz frei geworden ballt sich zu weiteren mir selbst fast unheimlichen Kräften zusammen. – Meine Hauptwerke kommen jetzt erst!!!“ Neumann betont in seinen Lebenserinnerungen immer wieder die Rolle Berlins für Beckmanns Streben nach Weltruhm: „So ehrgeizig Beckmann war und so unerschütterlich in seiner Überzeugung, eines Tages Anerkennung als erstklassiger Künstler zu finden, so war er doch auch Realist. Frankfurt war ein Rückzugsort für ihn nach den Verletzungen, die ihm seine Niederlage in den frühen Berliner Jahren zugefügt hatte. Berlin blieb sein Endziel – das heißt, in Deutschland, denn mit seinen Ambitionen dachte er schon über die Grenzen der Heimat hinaus. Er hatte London, Paris, ganz Europa im Blick.“

Beckmanns Kunsthändler in Berlin trugen entscheidend dazu bei, ihm den Sprung zur Weltkarriere zu ermöglichen. Mit Paul Cassirer, J. B. Neumann, Alfred Flechtheim und nach 1933 Curt Valentin vertraten ihn die bedeutendsten Galeristen seiner Zeit. Auf dem Höhepunkt seines nationalen und internationalen Erfolges brachte dann die Weltwirtschaftskrise ab 1929 auch Beckmanns Kunsthändler in ernste Schwierigkeiten. Sie konnten den Unterhalt des Künstlers nicht mehr finanzieren. Mit der nationalsozialistischen Diktatur kamen 1933 die Entwicklungen der modernen Kunst in Deutschland vollends zum Erliegen.

Beckmann, dessen Werke bereits 1933 für „entartet“ erklärt wurden, emigriert 1937 nach Amsterdam. Er wandert nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA aus, wo er als Künstler gefeiert wurde. Nach Deutschland kehrt er nicht wieder zurück.

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