Jeanne Mammen

Äusserlicher Kurzbericht

Diskretion in eigener Sache war ein Lebensgrundsatz Jeanne Mammens. Selbstporträts gibt es wenige, auch keinen schriftlichen Lebenslauf. Erst  1974 ließ sie sich zu einigen biografischen Stichworten unter dem Titel „Äußerlicher Kurzbericht“ überreden.

1947, als ihre Kunst zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg wieder in einer Einzelausstellung präsentiert wurde, zeichnete sie für den Almanach der Galerie Rosen statt einer Vita einfach eine krakelige Linie und schrieb darunter:

„Das ist mein Lebenslauf – er fing mal an und hörte noch nicht auf.“

Neben der Linie und ihrem saloppen Begleittext zeigt Mammen sich als Rückenfigur: tanzend, mit einem Spiegel in den erhobenen Händen. Nur ein Augenpaar ist darin zu erkennen. Der Betrachter muss sich mit dem Blick ihres Spiegelbildes zufriedengeben. Nicht er sieht sie an, sondern sie ihn.

So spricht aus dieser Zeichnung Mammens Credo. Sie wollte immer "nur ein paar Augen sein, ungesehen durch die Welt gehen, nur die anderen sehen."

Weitere Geschichten zu Jeanne Mammen hier.

 

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