Jeanne Mammen

Eine Entdeckung

Jeanne Mammen richtete ihre künstlerische Aufmerksamkeit nicht nur auf die Menschen ihrer Umgebung. Genauso intensiv konnte sie sich in die Fantasiewelt der Literatur vertiefen. Ihr absoluter Lieblingsautor war der Franzose Gustave Flaubert (1821-1880).

Um 1910 zeichnete sie farbenprächtige Illustrationen zu seinem Buch "Die Versuchung des heiligen Antonius". Darin erlebt der christliche Einsiedler in der Wüste vielerlei sinnliche wie intellektuelle Prüfungen. In einer Vision erscheint ihm der indische Prinz Siddartha Gautama, der über Askese und intensive Meditation zum Buddha erleuchtet wurde. Mammen visualisiert einen farbenprächtigen Reigen von fantastischen Ungeheuern und verführerischen Frauen, die der Buddha auf Distanz hält.

In den 1960er-Jahren lebte die altersweise Künstlerin ihre Liebe zum Fantastischen in der Malerei aus. Sie montierte glitzerndes Pralinen- und Bonbonpapier zu mosaikartigen Bildflächen. Bei all dieser Fantastik kommt auch das Soziale nicht zu kurz:  Das Gemälde Photogene Monarchen entstand 1967 anlässlich der Demonstrationen gegen den Besuch des iranischen Kaiserpaars in Westberlin.

 

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