Jeanne Mammen

Die Flaneurin am Kudamm

Am Kurfürstendamm wurde Berlin zur modernen Unterhaltungsmetropole. Um 1900 entstanden in dieser Gegend unzählige Cafés, Vergnügungslokale, Kabaretts, Theater, Kinos und Geschäfte. In den ‚Goldenen Zwanzigern‘ war hier ein Vergnügungsort für Arbeiter wie Großbürger, für Künstler wie Intellektuelle, unmöglich das ganze Who ist Who der Szene aufzuzählen.

Alle Welt flanierte über den Kudamm und mittendrin die junge Jeanne Mammen mit scharfem Blick und Zeichenblock. Sie skizzierte die Berliner Großstadtfiguren auf dem berühmten Boulevard, in den Lokalen und Café-Häusern wie dem legendären Café Reimann.

Das Aquarell zeigt ein mondänes Großstadtpaar eng zusammen sitzend, auf ihrem Tisch ein Cafégedeck und eine Berliner Weiße. Man langweilt sich gepflegt. Im Hintergrund einer der für das Café Reimann typischen Koksöfen, darüber das halb angeschnittene Kaffeehausschild. Mammens zahlreiche Bilder der Gegend sind eine Hommage an den Kurfürstendamm, dem Szenekiez der ersten Stunde.

Die scharfsinnige Beobachterin Jeanne Mammen porträtierte glamouröse Zeitgenossen, das frivole Nachtleben oder Figuren am Rande der Gesellschaft: unverwechselbare Ikonen der „Goldenen Zwanziger“. Die Retrospektive zeigt ab dem 6. Oktober 170 Arbeiten aus über 60 Jahren. Zur Eröffnung der Ausstellung am 5. Oktober ab 19 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Weitere Geschichten zu Jeanne Mammen hier.

 

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