Eine Künstler*innengruppe für die junge Republik

Prolog

Deutschland im Herbst 1918. Arbeiter*innen und Soldaten zogen demonstrierend durch die Straßen. Sie forderten das Ende des Ersten Weltkriegs und die Abdankung des Kaisers – mit Erfolg: Am 9. November wurde die Republik ausgerufen. Für die Künstler*innen war endlich die Stunde gekommen, mit dem verstaubten und veralteten Kunstbetrieb aufzuräumen und am Aufbau einer demokratischen Gesellschaft mitzuarbeiten. Mit diesem Ziel schlossen sich Vertreter*innen der Avantgarde in Berlin zur Novembergruppe zusammen.

Von der Geburtsstunde der Vereinigung mitten in den Wirren der Revolution berichtete der Maler Heinrich Richter-Berlin:

„Als die Revolution ein paar Tage alt war, versammelten sich immer viele Leute mittags auf dem Potsdamer Platz, um Neues zu hören. Beim Überschreiten des Platzes traf ich auf Max Pechstein. Er hatte einen Plan. Er glaubte, man solle neu anfangen. Ich solle meine Leute zusammenbringen [...] und er würde die Brücke bringen. Er hatte auch schon einen Namen: Novembergruppe!“

Mit 119 Werken von 69 Künstler*innen, darunter 48 Gemälde, 14 Skulpturen, 12 Architektur­modelle und -zeichnungen, feiert die Berlinische Galerie mit der allerersten umfassenden Überblicksschau den 100. Ge­burtstag der bekanntesten unbekannten Kreativgemeinschaft in dramatischen Zeiten.

Zur Eröffnung der Ausstellung am 8. November um 19 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Kunstausstellung Berlin 1920, Mitglieder der Novembergruppe, In einem Saal der Vereinigung, V. l. n. r. stehend Cesar Klein, N. N., Rudolf Belling, Heinrich Richter-Berlin, N.N., Heinz Fuchs, Moriz Melzer, sitzend Wilhelm Schmid, N. N., Emy Roeder, Herbert Garbe © Stiftung Stadtmuseum, Berlin
Willy Römer, Ohne Titel (Rückkehr der Truppen. Die schaulustigen Berliner auf den Baumen Unter den Linden vor dem Hotel Adlon), 10. Dezember 1918
© Berlinische Galerie
 

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Geschlossen am 24.12. und 31.12.

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