„Das war also Liebe auf den ersten Blick. […] Am Tag gefiel er mir beinah noch besser. Er hatte hervorragend schlechte Manieren und war, der erste Mensch, den ich kennenlernte, der sich vollkommen ungeniert und frei und unkonventionell gab“, schrieb Minna Tube rückblickend über ihre erste Begegnung mit Max Beckmann. Max und Minna studierten Kunst an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar und verliebten sich im Februar 1903 in Weimar auf einem Faschingsfest ineinander. 1904 zogen beide nach Berlin, wo sie zwei Jahre später heirateten.

Beckmann betonte die enge Verbindung zu seiner Frau in einem Gemälde, das er als Doppel-Selbstbildnis bezeichnete. Auffällig ist die große Ähnlichkeit der Figuren, die sich einander zuneigen. Mit diesem Werk profilierte sich Beckmann als bedeutender Porträtist seiner Zeit. Der Kunstkritiker Karl Scheffler, der das Gemälde in einer Ausstellung in Berlin im Kunstsalon Paul Cassirers sah, schrieb darüber: „Es ist viel zarte und kühn poetisierende Begabung in Beckmann. […]; und es ist fast ergreifend, wie die beiden jungen Menschen sehnsuchtsvoll blass aus dem Bilde herausblicken.“

Wie sehr Beckmann sich Minna Tube verbunden fühlte, bezeugen auch seine innigen Briefe an die Seelengefährtin: „Ob Du mir nicht mehr gehörn solltest oder ich Dir. Magst Du das nun wollen oder nicht, magst Du mich nun hassen oder lieben oder mag ich Dir gleichgültig werden, Du wirst doch stets ein Teil meiner Seele bleiben und als solches mitarbeiten und miterleben mit mir. Über Zeit und Raum Du Freundin meiner Seele gehörst Du mir.“ Trotz Scheidung im Jahr 1925 und Beckmanns Heirat mit Mathilde von Kaulbach, genannt „Quappi“, blieben Minna und Max bis zum Tode Beckmanns 1950 in New York einander freundschaftlich verbunden.

Diese und weitere Darstellungen geliebter Frauen aus Max Beckmanns Leben sind in der Ausstellung Max Beckmann und Berlin zu sehen.

Themenführung "Max Beckmann und die Liebe":
19.12., 02.01., 16:30 Uhr – 17:30 Uhr

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