Max Beckmann war witzig und einfallsreich, um seine Konkurrenten herabzusetzen. Werke von Paul Gauguin, Pablo Picasso oder Wassily Kandinsky schmähte er als „Gauguin-Tapete“, „Picasso-Schachbrettchen“ oder „sibirisch-bajuvarische Marterlnplakate“. Die internationale Avantgarde war vor dem Ersten Weltkrieg in Berlin mit zahlreichen Werken in Ausstellungen der Secessionen oder in Galerien vertreten. Beckmann setzte diesen Spielarten der Moderne, die er selbst als dekorativ und oberflächlich ablehnte, seine monumentalen, am Impressionismus geschulten Historienbilder entgegen. Er konnte sich mit seinem Gegenentwurf aber weder beim Publikum noch bei den Kritikern durchsetzen.

Als vielleicht größten Rivalen betrachtete er den Franzosen Henri Matisse, dessen neuer Stil international, aber auch in Berlin großen Einfluss gewann: „Spät aufgestanden à cause de Sekt“, schrieb Beckmann 1909 in sein Tagebuch. „Dann Nachmittags zum Salon Cassirer […]. Bilder von Matisse und Berneis. Die Matisseschen Bilder mißfielen mir höchlichst. Eine unverschämte Frechheit nach der andern. Warum machen die Leute nicht einfach überhaupt Zigarettenplakate!“

In einer Woche eröffnet die Ausstellung Max Beckmann und Berlin. Herzlich eingeladen sind alle Freunde der klassischen Moderne!

Weitere Geschichten zu Max Beckmann hier.

 

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