„Ich habe mein Leben lang versucht, ein Ich zu werden.“ Mit seinen rund hundert Selbstbildnissen gehört Max Beckmann zu den großen Porträtisten seiner Zeit. Diese Qualität beweist er auch am eigenen Bild. Pinsel und Palette, die klassischen Erkennungsmerkmale künstlerischer Selbstdarstellung, sucht man in den meisten Fällen vergeblich.

Immer wieder stellt Beckmann sich als eleganten Mann von Welt dar, der dem Betrachter kühl und selbstbewusst gegenübertritt. Der Kunsthändler und Freund Max Beckmanns, J. B. Neumann, berichtet in seinen Lebenserinnerungen: „Tatsächlich gefiel sich Beckmann jedoch in der Vorstellung, mehr als ‚nur noch Maler‘ zu sein.“ Eine Selbstdarstellung, die im Lichte der gesellschaftlichen Ambitionen zu sehen sei, die Beckmann „hegte und zugleich auch verachtete“.

Zugleich überrascht Beckmann in seinen Selbstbildnissen durch immer neue Posen und Maskeraden. Wie etwa im Gemälde „Selbstbildnis mit Sektglas“ aus dem Nachkriegsjahr 1919, wo wir dem Maler angetrunken, mit sarkastischem Lächeln begegnen. Auf die Gefühle von Verunsicherung und Sinnlosigkeit, die das Leben seit dem Ersten Weltkrieg prägten, reagiert er mit der ihm eigenen ironischen Distanz: „Hier sitze ich in einem vornehmen Hotelzimmer, habe eine Zigarette angezündet und eine Flasche Rotwein vor mir stehn. Es belustigt mich, den Rauch meiner Zigarette anzusehen […] oder an die grotesken Variationen meines Lebens [zu denken].“

Wir laden Sie ein, die vielen Gesichter des Max Beckmann kennenzulernen. Allein 14 Selbstporträts aus unterschiedlichen Schaffensphasen sind in unserer Ausstellung Max Beckmann und Berlin zu entdecken.

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