"Du solltest wirklich nach Berlin kommen. Ich bin nun schon ein ganzes Jahr dort un[d] werde wahrscheinlich auch noch lange dort seien, denn es gefällt mir ausgezeichnet", schrieb der junge Max Beckmann an einen Freund. 

Der junge Künstler zog gerade einmal zwanzig Jahre alt in die Hauptstadt an der Spree, die sich zum wichtigsten deutschen Kunstzentrum der Moderne entwickelt hatte. Was er suchte, war "etwas Rauschendes Üppiges wie Seide, die man auseinanderblättert und wildes grausames prachtvolles Leben." Das fand er in Berlin. Zuvor hatte er sich ein halbes Jahr glücklos in Paris aufgehalten, um die französische Avantgarde zu studieren. In Berlin angekommen, begann Beckmann sofort ein großformatiges Gemälde, "Junge Männer am Meer" (1905). Es sollte ihm die Aufmerksamkeit der Berliner Kunstszene sichern. Als der Weimarer Museumsdirektor und zukünftige Förderer Beckmanns, Harry Graf Kessler, das Gemälde sah, schrieb er in sein Tagebuch: "Das Interessanteste in der Ausstellung das Bild eines ganz jungen Künstlers, der zum ersten Mal ausstellt: Max Beckmann, Nackte Jungen am Strande".

Beckmann blieb zunächst zehn Jahre in Berlin. Im Jahr 1915 ging er nach Frankfurt am Main und zog 1933 nach Berlinzurück. Nach der Machtübernahme des NS-Regimes war er aus dem Lehramt an der Städelschule entlassen und seine Werke für "entartet" erklärt worden. Unter dem Druck des Nationalsozialismus emigrierte der Künstler 1937 nach Amsterdam und lebte später in den USA. Beckmann kam nie wieder nach Berlin.

… "Du solltest wirklich nach Berlin kommen."

Mit der Ausstellung Max Beckmann und Berlin holt nun die Berlinische Galerie Werke des Künstlers in die Stadt zurück.

Weitere Geschichten zu Max Beckmann hier.

 

Berlinische Galerie

Landesmuseum für Moderne
Kunst, Fotografie und Architektur
Stiftung Öffentlichen Rechts

Alte Jakobstraße 124–128
10969 Berlin

bg@berlinischegalerie.de

Tel +49 (0)30-789 02-600
Fax +49 (0)30-789 02-700

Öffnungszeiten

Zurzeit geschlossen

Orientierungsplan

Plan als PDF