Jeanne Mammen

Die Beobachterin

In den 1920er-Jahren wählte Jeanne Mammen die modischen Inszenierungen der Vamps und Girls zum Thema zahlreicher Aquarelle und Zeichnungen. Sie selbst wollte jedoch lieber „ungesehen durch die Welt gehen“. Künstlerische Selbstbespiegelung lag ihr nicht.

Ein rares Selbstporträt findet sich jedoch in einem Skizzenbuch von1926, als Jeanne Mammen und ihre Schwester Ferien an der belgischen Nordseeküste machten. Es zeigt die Künstlerin in einem hellen, kahlen Raum, vermutlich einem einfachen Hotelzimmer. Kerzengerade steht sie da, die Arme hängen herab, die Hände ruhen ineinander – eine schmale, sehr introvertiert wirkende Erscheinung.
Das schlichte, hochgeschlossene schwarze Kleid schluckt alle Körperlichkeit. Schwarz sind auch das kurzgeschnittene Haar und die Augen, die roten Lippen der einzige Farbtupfer. Der Ausdruck des rundlichen Gesichts ist ernst und gefasst.

Das Porträt hat den Charakter einer nüchternen Selbstprüfung. Die Beobachterin beobachtet ausnahmsweise einmal sich selbst.

Weitere Geschichten zu Jeanne Mammen hier.

 

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