Jeanne Mammen

Glanz und Sachlichkeit

Ende der 1920er Jahre galt Jeanne Mammens Aufmerksamkeit besonders den Frauen der großstädtischen Vergnügungsszene. Das Gemälde Revuegirls betont dabei nicht die neckisch-frivole Manier nächtlicher Tanzdarbietungen, sondern eher die dunkle Seite dieser Welt: Entfremdung und harte Arbeit. Mit einem nüchternen Blick und im neusachlichen Stil gemalt, ist vom Glamour der ‚Goldenen Zwanziger‘ in dieser Darstellung nur noch wenig zu spüren.

Manchmal lässt sich Mammen aber auch vom Glanz der Großstadt verzaubern, wie das Werk Caféterrasse im KaDeWe aus den dreißiger Jahren zeigt: Ein Stück altes Berlin - 103 Jahre bestand das Restaurant, die sogenannten Silberterrassen, in der fünften Etage des traditionsreichen Kaufhauses am Wittenbergplatz. Mittels kubischer Formreduktion und pastoser Farbauftrag zeichnet die Künstlerin hier einen Ausblick auf die, nur vom Lichtschein der Autos beleuchtete Tauentzienstraße.

Die scharfsinnige Beobachterin Jeanne Mammen porträtierte glamouröse Zeitgenossen, das frivole Nachtleben oder Figuren am Rande der Gesellschaft: unverwechselbare Ikonen der „Goldenen Zwanziger“. Die Retrospektive zeigt ab dem 6. Oktober 170 Arbeiten aus über 60 Jahren. Zur Eröffnung der Ausstellung am 5. Oktober ab 19 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Weitere Geschichten zu Jeanne Mammen hier.

 

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