Jeanne Mammen

Ihr Leben in Bildern

Orange-rotes Top, kalkweißes Gesicht, das pechschwarze Haar streichholzkurz gestutzt – wie keine andere verkörperte Valeska Gert das Idealbild der Neuen Frau. Der zur Schau gestellte Kontrollverlust als Ausdruck individueller Freiheit wurde zu ihrem Markenzeichen und revolutionierte die Tanzszene der Weimarer Republik. Jeanne Mammen vermittelt die groteske Präsenz der Stilikone, ohne die Bühne selbst abzubilden.

Anstelle der öffentlichen Tänzerinnen-Grimasse malt Jeanne Mammen in der Einsamkeit ihres Ateliers die sanften Züge des Mädchens mit Katze im kubistischen Stil. Das weiche Liniengefüge unterstreicht die sehnsuchtsvolle Hinwendung der jungen Frau zum Tier, als Gerts aggressive Performances auf den Hitler-Bühnen längst unerwünscht sind. Verfemt und verboten war auch die formzerfetzende Malweise, zu der sich die Künstlerin von Picasso inspirieren ließ, um mit NS-Kunst und -Körperkult zu brechen.

Erst im Kulturleben der Nachkriegszeit bildet Jeanne Mammen abermals ab, was sie außerhalb der eigenen vier Wände erlebt. Wieder findet sich in ihren Blättern eine Bühnenkünstlerin, die ihr Publikum mit zeitkritischen Beiträgen begeistert. Diesmal ist es die die Kabarettistin Ethel Reschke mit Boa und Kopfschmuck aus Federn, die inmitten ihres Chansons innehält und uns verführerisch die nackte Schulter entgegenstreckt.

 

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