Unvereinbar radikal

Dada und Skandale

Anfang Mai 1921 schrieb der Maler Otto Dix wütend an seinen Dada-Kollegen Raoul Hausmann: „Lieber Raul, sage der Novembergruppe, sie seien elende Spießer und ich zolle diesen Leuten meine vollste Verachtung. (...) Ich schlage vor, (...) sie sollen sich Vormärzgruppe nennen“.

Grund für Dix’ Unmut war die Zensur seines Gemäldes „Salon I“, das von der Novembergruppe 1921 in der Großen Berliner Kunstausstellung gezeigt werden sollte. Die Vereinigung entfernte die freizügige Szene aus dem Rotlichtmilieu jedoch gemeinsam mit einem weiteren Bordellbild von Rudolf Schlichter aus ihrer Abteilung. Andernfalls hatte die Leitung der Großen Berliner Kunstausstellung damit gedroht, die Ausstellung der Novembergruppe nicht eröffnen zu lassen.

Als Ersatz präsentierte Dix die Darstellung der barbusigen, am ganzen Körper tätowieren Schaustellerin „Suleika“. Dieses nicht minder provokante Bild wirkte offenbar eher exotisch als unzüchtig und war nun gemeinsam mit der beißenden Gesellschaftssatire „Industriebauern“ von Georg Scholz zu sehen. Dennoch entrüsteten sich einige Mitglieder über die Selbstzensur und „unrevolutionäre Haltung“ der Novembergruppe, allen voran die Dadaisten um Raoul Hausmann, die ihren Austritt erklärten.

Weitere Geschichten zur Novembergruppe hier.

 

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