Das erzwungene Ende der Novembergruppe

Deutschland zu Beginn der 1930er Jahre: Die Weltwirtschaftskrise führte zu einer nie gekannten Massenarbeitslosigkeit, die dem erstarkenden Nationalsozialismus in die Hände spielte. Das sich wandelnde gesellschaftliche Klima und die wirtschaftliche Notlage hatten auch Auswirkungen auf die Novembergruppe, die selbst in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Außerdem beteiligten sich immer weniger Kunstschaffende an ihren Ausstellungen, weil sie von ihrer künstlerischen Arbeit nicht mehr leben konnten. Die Machtübernahme der Nationalsozialist*innen besiegelte das Ende der Gruppe. Sie geriet in den Fokus der Hetzpropaganda und wurde als „Speerspitze des Kulturbolschewismus“ an den Pranger gestellt. Die Kunst ihrer Mitglieder wurde aus den öffentlichen Sammlungen entfernt und als „entartet“ diffamiert. 1935 erhielt César Klein als letzter Vorsitzender der Gruppe eine Rechnung der Berliner Gerichtskasse: Die Novembergruppe wurde kostenpflichtig aus dem Vereinsregister der Stadt Berlin gestrichen. Zeit ihres Bestehens war diese offene Gemeinschaft für die Avantgarde und für Toleranz gegenüber dem Neuen eingetreten – dafür war im Dritten Reich kein Platz mehr.

Weitere Geschichten zur Novembergruppe hier.

 

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