Im Kreuzfeuer der Kritik

Die Novembergruppe und die Presse

Die ersten Ausstellungen der Novembergruppe wurden von der Presse in der Luft zerrissen. In ein „Tollhaus“ fühlte sich der Kritiker des Berliner Tageblatts versetzt, als er die Abteilung der Novembergruppe in der Großen Berliner Kunstausstellung 1919 besuchte. Für die Berliner Volkszeitung waren die expressionistisch-bewegten Bilder vollkommen rätselhaft: „Es schreit hier von Farben, Bandwürmer winden sich, Bilder sind da, die nichts als Sammelsurium von Linien, Farben und Unentzifferbarem sind.” Auch die Besucher*innen reagierten mit Spott und Unverständnis. Der Ärger über eine solche Kunst entlud sich sogar in tätlichen Angriffen auf einzelne Werke.

1920 musste die Novembergruppe erneut herbe Kritik einstecken. Sie präsentierte dadaistische Collagen und Materialbilder, die von den Journalisten als „gerahmte Rülpser und Fürze“ und „Müllgrubenkunst“ bezeichnet wurden. Von diesen vernichtenden Urteilen ließ sich die Vereinigung aber nicht beirren. Ihr unerschrockener Einsatz für die Avantgarde machte sich in den folgenden Jahren bezahlt. Die moderne Kunst und ihre radikal neuen Ausdrucksformen fanden immer größere Akzeptanz beim Publikum.

Weitere Geschichten zur Novembergruppe hier.

 

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