Die Avantgarde geht über den Äther

Die Novembergruppe im Radio

1925 konnte man in der Zeitschrift „Der Deutsche Rundfunk“ lesen: „Endlich – nach allzu langem Zögern hat sich nun auch die Berliner Sendestelle entschlossen, der jungen und lebendigen Kunst unserer Zeit Raum in ihren Programmen zu gewähren.“ So begeistert wurde eine Live-Sendung im Radio angekündigt, die am 11. Mai unter dem Titel „Ein Abend der Novembergruppe“ übertragen wurde. Zwischen Sprachkursen, Bildungsvorträgen und Schachfunk wurde ein avantgardistisches Programm geboten, wie es der gerade einmal anderthalb Jahre alte Berliner Rundfunk noch nicht erlebt hatte.

Nicht nur die Komponisten der Novembergruppe, darunter Kurt Weill, trugen Stücke zu diesem Abend bei, auch die Schriftsteller Bertolt Brecht und Carl Zuckmayer lasen aus ihren Werken. „Schade nur, daß die ursprüngliche Kunst der Novembergruppe, die Malerei, nicht übertragbar ist,“ hieß es bedauernd in der Programmankündigung. Die geballte Ladung moderner Musik und Literatur gefiel allerdings den wenigsten Hörern vor den Radioapparaten, und der Sender wurde mit empörten Zuschriften überschüttet.

Weitere Geschichten zur Novembergruppe hier.

 

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