Freitag, 10.05.2019, 10:00 Uhr – 17:00 Uhr

Unbuilt Architecture Today. Über die Zukunftsfähigkeit ungebauter Projekte seit 1945

Internationale Tagung “Unbuilt Architecture Today. Über die Zukunftsfähigkeit ungebauter Projekte seit 1945”
Freitag, 10. Mai 2019, 10.00 – 17.00 Uhr
Berlinische Galerie, Auditorium
ohne Anmeldung

Flyer/Programm

Weltweit werden Architekturentwürfe gesammelt und ausgestellt. Viele dieser Ideen sind umgesetzt, bei weitem mehr ist jedoch auf dem Papier geblieben. Ihre Realisierung scheiterte entweder an den jeweiligen politischen, ökonomischen oder technologischen Rahmenbedingungen oder die Planungen waren ausschließlich als Impulsgeber für die weitere Entwicklung von Architektur und Gesellschaft gedacht.

Doch warum werden unrealisierte Architekturprojekte für die Nachwelt aufbewahrt, wenn sie doch nie unser bauliches Umfeld prägten? Welchen Mehrwert liefern uns ihre Ideen auch zur Erforschung des Gebauten? Können sie auch Anregungen für eine Architektur der Zukunft liefern?

Antworten auf diese und weitere Fragen soll die internationale Tagung „Unbuilt Architecture Today. Über die Zukunftsfähigkeit ungebauter Projekte seit 1945“ liefern, die von der Berlinischen Galerie und der Technische Universität Berlin ausgerichtet wird. Ziel ist es, die Kluft zwischen Universität und Museum, Theorie und Praxis, Forschung und Ausstellung zu überwinden und sich gemeinsam auf die Suche nach Kriterien zum Sammeln, Bewahren und Ausstellen dieser Architekturentwürfe zu begeben.

Namhafte Architekturschaffende und Verantwortliche renommierter Architekturmuseen und Forschungsinstitute beschreiben aktuelle Erkenntnisse und stellen den Umgang mit den Zeugnissen ungebauter Architekturen in ihren jeweiligen Institutionen zur Diskussion. Dabei werden Beiträge aus der deutschen, österreichischen, schweizerischen und britischen Praxis mit theoretischen Zugängen zum Thema aus kulturwissenschaftlicher Perspektive vereint. Die Spannbreite der Themen reicht von der gegenwärtigen Bedeutung vergangener architektonischer Utopien, Programme und Manifeste bis hin zur Rezeption des Ungebauten in der Welt des Computerspiels.

Anlass der Tagung ist das seit Dezember 2018 an der Berlinischen Galerie laufende Digitalisierungs-Projekt „Westberliner Architekturvisionen von 1945 bis 1990“, das vom  Bundesministerium für Bildung und Forschung bis Januar 2020 gefördert wird. Dank dieser Unterstützung kann eine konzentrierte Auswahl für West-Berlin geplanter, aber nie gebauter Architekturvorstellungen aus der Zeit des Kalten Krieges wissenschaftlich erschlossen, digitalisiert und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Der bereits online verfügbare Bildbestand der Berlinischen Galerie zur Architektur- und Stadtentwicklung von Berlin (Ost), Hauptstadt der DDR, wird auf diese Weise sinnvoll ergänzt. In den vergangenen Jahren ist das Forschungsinteresse gerade an der Berliner Architektur der Nachkriegszeit bis zur Wiedervereinigung stark gestiegen. Aufgrund des hohen Veränderungsdrucks auf bestehende Zeugnisse dieser Bauepoche konzentriert sich die Wissenschaft jedoch bislang auf die Untersuchung der realisierten Baugeschichte. Daher ist es das Ziel des Projekts, die lückenhaften Kenntnisse auch über unrealisierte Westberliner Bauvorstellungen als wichtigen Bestandteil der Gesamtberliner Stadtgeschichte zumindest partiell zu kompensieren.

 
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