© Foto: Paul Hutchinson, Kolja in Blumen, 2016

Paul Hutchinson

Eberhard Roters-Stipendium für Junge Kunst 2016

Zusammen mit der Stiftung Preußische Seehandlung vergibt die Berlinische Galerie im Oktober das Eberhard Roters-Stipendium für Junge Kunst an den in Berlin lebenden Fotografen Paul Hutchinson. Aus diesem Anlass wird vom 14. bis 20. Oktober 2016 eine kleine Werkauswahl im Auditorium der Berlinischen Galerie präsentiert.

Paul Hutchinson (*1987) wuchs als Deutsch-Ire im Berlin der Nachwende-Zeit auf und studierte dort an der Universität der Künste sowie an der Saint Martins Universität der Künste in London. Anschließend arbeitete er in New York, Barcelona, Rio de Janeiro und zuletzt Bangalore.

Als Jugendlicher war der Fotograf Teil der Berliner Hip-Hop-Szene der 1990er-Jahre. Dieser urbanen Jugendkultur nähert er sich heute als aufmerksamer Beobachter: Für seine erste Monografie „BBoys, Fly Girls & Horticulture“ fotografierte Hutchinson auf Einladung des Goethe-Instituts Jugendliche der Hip-Hop-Szene in Bangalore. Das in der Folge des Aufenthalts entstandene
Künstlerbuch, dessen Aufbau und Gestaltung sowie die reflektierte Herangehensweise des jungen Künstlers überzeugte die Jury nachhaltig.

Hutchinsons Fotografien schwanken zwischen dokumentarischer und poetisch-künstlerischer Ästhetik. Was auf den ersten Blick scheint, wie eine spontane Momentaufnahme, ist vielmehr ein sorgsame fotografische Komposition. Häufig arbeitet Hutchinson gerade mit dem gezielten Entzug von individualisierender Information. Die Porträtierten wenden ihre Köpfe ab, ihre Gesichter sind verdeckt oder beschnitten, in Gruppenporträts scheinen die Jugendlichen zu einer Gesamtheit zu verschmelzen. Gerade über das Detail, die vermeintliche Nebensächlichkeit, eine persönliche Assoziation, das Fehlen des einzelnen Gesichts entsteht die sinnlich erlebbare und überindividuelle Charakterisierung der Subkultur. Der Künstler reizt die Grenzen des Mediums so weit aus, dass seine Fotografien eine malerische Anmutung entwickeln.

Jury: Dr. Thomas Köhler, Direktor der Berlinischen Galerie, Ulrike Kremeier, Direktorin des Kunstmuseums Dieselkraftwerk Cottbus, Prof. Mark Lammert, Universität der Künste Berlin sowie - mit beratender Stimme - der Berliner Galerist Olaf Stüber.

 

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Ermäßigt 5 Euro (gilt auch für Gruppen ab 10 Personen)
Jeden ersten Montag im Monat 4 Euro

Freier Eintritt bis 18 Jahre

Ermäßigung bei Vorlage eines Tickets des  Jüdischen Museums Berlin am Tag des Erwerbs und an den zwei folgenden Tagen. Dieses Angebot gilt auch umgekehrt.

Orientierungsplan

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