Donnerstag, 22.02.2018, 19:00 Uhr – 20:00 Uhr

Kobro and Strzemiński. The Heritage of New Biopolitics

Vortrag von Jarosław Suchan (Direktor des Muzeum Sztuki in Łódź)
Im Rahmen der Ausstellung „Die Nähe der geraden Linie. Performativität der Avantgarde“ im Polnischen Institut (01.12.2017–28.02.2018)

Katarzyna Kobro und Władysław Strzemiński, zwei Leitfiguren der polnischen Avantgarde, verstanden die Kunst als ein Instrument zur Organisation der Beziehung zwischen Mensch, Raum und Zeit. Ihrer Ansicht nach kam der Kunst die Aufgabe zu, effektive Lösungen für die Rationalisierung des gesellschaftlichen Lebens zu entwickeln. Malerei und Skulptur sollten Anregungen für Architektur, Stadtplanung und soziales Design liefern und somit die menschlichen Aktivitäten ordnen, ihnen Zielstrebigkeit verleihen und den Menschen von seinem „mentalen Chaos“ befreien. Diese spezifische Form avantgardistischer Biopolitik schlug sich nicht zuletzt in der Initiative zur Gründung des Muzeum Sztuki in Łódź nieder, eines der  ersten Museen für moderne Kunst überhaupt, das Dank der internationalen Vernetzung des Künstlerpaares auch heute zu den herausragenden Sammlungen internationaler Kunst der Avantgarde zählt. Der Vortrag gibt einen Einblick in Kobros und Strzemińskis experimentelle Ansätze und spricht die Herausforderungen der musealen Vermittlung des künstlerischen Erbes der Avantgarde an. Dieses wird nicht als abgeschlossenes Kapitel der Geschichte verstanden, sondern als Ideen-Reservoir, das für die heutigen Museumsbesucher*innen zahlreiche Anknüpfungspunkte bereithält.

Der Vortrag wird auf Englisch gehalten.

Eine Veranstaltung des Polnischen Instituts Berlin in Kooperation mit der Berlinischen Galerie, dem Muzeum Sztuki in Łódź und mit der Professur für Kunstgeschichte Osteuropas am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin

 
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