Montag, 13.08.2018, 14:00 Uhr – 15:00 Uhr

Kurator*innenführung: Paul Goesch "Menschen, Masken und Madonnen"

Kurator*innenführung zu Paul Goesch "Menschen, Masken und Madonnen" in der Sammlungspräsentation "Kunst in Berlin 1880–1980" mit Annelie Lütgens, Leiterin Grafische Sammlung

Paul Goesch zählt zu einer Generation von Künstler*innen des Aufbruchs. Moderne Ideen wie die Psychoanalyse, der Expressionismus oder die lebensreformerischen Ansätze der Anthroposophie beschäftigten den als Architekt ausgebildeten Maler. Nach dem Ersten Weltkrieg engagierte er sich für einen Neubeginn in Kunst und Gesellschaft. Goesch war 1919/20 Mitglied des visionären Briefzirkels Gläserne Kette um den Architekten Bruno Taut sowie der 1918 gegründeten Novembergruppe. Von den Nationalsozialisten wurde er als „entarteter“ Künstler angeprangert. Nach mehreren Aufenthalten in sogenannten Nervenheilanstalten wurde Paul Goesch 1940 im Zuge des NS-Euthanasieprogramms in Brandenburg/Havel ermordet.

Die Grafische Sammlung der Berlinischen Galerie zeigt in der Präsentation „Menschen, Masken und Madonnen“ einen Teil der 270 Blätter der Sammlung, auf denen farbige Köpfe zu sehen sind. In und mit den Köpfen erkundet der Künstler das Grenzgebiet zwischen Realität, existenzieller Selbstbefragung und pathologischer Innenschau. Er konfrontiert uns mit seinem Blick auf das menschliche Gesicht.

 

Die Führungsgebühr ist im Museumseintritt enthalten, ohne Anmeldung.

 
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