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Portrait Dr. Annelie Lütgens, Foto: (c) Nina Straßgütl

Dr. Annelie Lütgens, Leiterin                    Grafische Sammlung

Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben?
In den vier Jahren, in denen ich jetzt in der Berlinischen Galerie arbeite, habe ich vier sehr unterschiedliche Ausstellungen kuratiert, darunter 2013 die Ausstellung „Wien Berlin“ und 2014 die Retrospektive von Dorothy Iannone. Mein anderes Hauptgeschäft ist die Betreuung und Erweiterung der Grafischen Sammlung sowie der Leihverkehr. Die Grafische Sammlung umfasst über zehntausend Werke, und zwar Zeichnungen, Collagen und Druckgrafik. Diese Arbeiten auf Papier sind ganz besonders lichtempfindlich. Deshalb können sie nur selten und für kurze Zeit ausgestellt und kaum mehr verliehen werden. Das betrifft etwa Collagen von Hannah Höch oder ein Aquarell von Otto Dix. Denn nur wenn wir sorgsam mit diesen Werken umgehen, können wir sie für künftige Generationen erhalten. 

Was gefällt Ihnen an Ihren Aufgaben besonders?
Das Kuratieren von Ausstellungen, die aus unserer Sammlung heraus entstehen, ist für mich besonders reizvoll. Auf diese Weise lerne ich auch die Sammlung immer besser kennen. Es wird sicher noch viele Jahre dauern, bis ich jedes Exponat einmal zu Gesicht bekommen habe. Bei jeder Ausstellung beschäftige ich mich intensiv mit einem Bereich der Sammlung, und ich kann Objekte ans Licht bringen, die lange nicht zu sehen gewesen waren. Besonders glücklich macht es mich, wenn wir aus einer Ausstellung heraus die Sammlung erweitern können. Das ist uns zum Beispiel bei der Retrospektive von Dorothy Iannone gelungen. Die Berlinische Galerie besaß bis dahin nur ein Gemälde der Künstlerin. Im Zuge der Ausstellung konnten wir dann mit Hilfe der Künstlerförderung bei der Kulturverwaltung des Berliner Senats ihre Druckgrafiken seit den 1960er Jahren erwerben.

Gibt es in Ihrem Arbeitsalltag besondere Erlebnisse oder Herausforderungen?
Große Schenkungen stellen immer eine besondere Herausforderung dar. Erst vor kurzem haben wir an die tausend Blätter der Künstlerin Gertrude Sandmann von ihren Erben bekommen. Die müssen wir nun alle sichten und inventarisieren und hoffen dabei auf spannende Entdeckungen. Aufgrund ihrer Verfolgung während der NS-Zeit war die  jüdische Künstlerin lange Zeit „vergessen“. In solchen Fällen können wir als Museum aktiv die Kunstgeschichte mitschreiben.
Die Sammlung der Berlinischen Galerie finde ich besonders reizvoll, weil sie von Adolph Menzel bis Hanna Hennenkemper, also vom späten 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart reicht. Die Auseinandersetzung mit der Gegenwartskunst, der Kontakt und die Gespräche mit Künstlern sind mir besonders wichtig. Wenn ich dann zu dem Schluss komme, der oder diejenige hat großes Potential, dann begleite ich den Künstler über die nächsten Jahre und schaue, wie sich das Werk entwickelt. So kann ich die Sammlung für die Zukunft weiter ausbauen.

Welches Objekt aus der Grafischen Sammlung liegt Ihnen besonders am Herzen?
Ein einzelnes Werk kann ich da nicht nennen. Es gibt Einzelwerke, die aus der Sammlung herausragen, vor allem aus den 1920er Jahren. Zum Beispiel das Aquarell „Eldorado“ von Otto Dix, die Collagen von Hannah Höch oder Zeichnungen von Jeanne Mammen. Sehr wichtig ist auch der Werkkomplex von Werner Heldt. Der Künstler hat eine Berliner Moderne in der Nachkriegszeit etabliert und weit über die Stadt hinaus gewirkt.

Haben Sie während der Schließzeit des Museums neue Aufgaben?
Während der Schließzeit geht in den Sammlungen die Arbeit weiter wie bisher. Zurzeit sind wir mit der Sichtung und Inventarisierung der Schenkung Gertrude Sandmann beschäftigt. Außerdem bereiten wir die Ausstellung „René Block. Ich kenne kein Weekend“ vor, die im September eröffnet wird. Ich habe die Schließzeit auch genutzt, um mich intensiv mit der Kunst von Paul Goesch zu beschäftigen. Für das nächste Jahr planen wir, sein Werk in der  Ausstellung „Visionäre. Paul Scheerbart, Bruno Taut, Paul Goesch“ zu zeigen. 

 

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