Lotte Jacobi

Als Repräsentantin des Neuen Sehens in den 1920er Jahren ist die Fotografin Lotte Jacobi (1896–1990) für ihr Porträtwerk bekannt. Im westpreußischen Thorn (heute Toruń/Polen) geboren, zieht sie 1920 nach Berlin. Ihre Eltern eröffnen ein klassisches Porträtatelier in der Joachimsthalerstraße 5 mitten im Neuen Berliner Westen, wo die Künstler*innenavantgarde zu Hause war.

Nach einem zweijährigen Studium der Fotografie und des Films an der „Staatlichen Höheren Fachschule für Phototechnik“ in München übernimmt Lotte Jacobi 1927 das familiengeführte Atelier in Berlin. Hier fotografiert sie Persönlichkeiten aus Tanz, Theater, Literatur, Bildender Kunst, Wissenschaft und Politik wie Klaus und Erika Mann, Käthe Kollwitz, Kurt Weill und Albert Einstein. 1935 flieht die Jüdin aus Nazideutschland nach New York und porträtiert dort unter anderem amerikanische und emigrierte Intellektuelle und Künstler*innen.

1997 zeigte Das Verborgene Museum in seinen Ausstellungsräumen in der Schlüterstraße eine Retrospektive der Künstlerin.

In Lotte Jacobis Porträtwerk zu blättern heißt die künstlerische und politische Avantgarde der 1920er- und frühen 1930er-Jahre Revue passieren lassen. Es ist das Berlin der gerne verklärend als golden bezeichneten Zwanziger Jahre, in dem ihre großen Porträts entstanden sind: Lotte Lenya, Käthe Kollwitz, Klaus und Erika Mann, Carl Zuckmayer, Karl Valentin und Lisl Karlstadt, Lil Dagover, Peter Lorre und viele andere mehr.

Mehr zur Künstlerin auf der Website (Archiv) des Verborgenen Museums

Highlights